Pisa-Studie: Grundschüler in Bayern haben bald mehr Unterricht - DER SPIEGEL
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Reaktion auf Pisa-Ergebnisse Bayerns Grundschüler müssen bald länger bleiben

Bayern setzt in Zukunft auf mehr Unterricht für die Jüngsten. An Grundschulen soll es sechs zusätzliche Stunden pro Woche geben. Gestärkt werden sollen Mathematik, Deutsch, Sport und Musik.
Kinder einer 2. Klasse in einer Grundschule
Kinder einer 2. Klasse in einer Grundschule

Kinder einer 2. Klasse in einer Grundschule

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Sven Hoppe / dpa

Kinder in den Grundschulen Bayerns werden bald möglicherweise mehr Unterricht haben als ihre Altersgenossen in allen anderen Bundesländern. Die Ausweitung des Unterrichts an Bayerns Grundschulen soll eine Reaktion auf das schlechte Abschneiden bei der Pisa-Bildungsstudie sein.

Die zusätzlichen Stunden aber sollen nicht nur auf die »Basics« entfallen, sagte Kultusministerin Anna Stolz von den Freien Wählern. Deswegen würden neben Mathematik und Deutsch auch Sport und Musik gestärkt. Nach der Pisastudie im Jahr 2023 hatte die Staatsregierung zugunsten von mehr Mathematik und Deutsch Kürzungen in den kreativen Fächern erlaubt. »Vorgesehen ist, an der Grundschule in den nächsten Jahren insgesamt sechs Stunden zusätzlich einzuführen«, teilt das Kultusministerium nun mit.

Zuerst hatte die »Augsburger Allgemeine« unter Verweis  auf Angaben des Vorsitzenden des Bildungsausschusses im Landtag, Peter Tomaschko (CSU), berichtet. Demnach sollen in den Jahrgangsstufen eins und zwei jeweils eine Stunde, in den Jahrgangsstufen drei und vier jeweils zwei Stunden zusätzlich pro Woche kommen. Dazu machte das Ministerium zunächst keine Angaben.

Tomaschko will dabei offenbar auch an den Methoden des Lernens etwas ändern. »Wir werden mehr auf bewährte Tugenden setzen: Handschrift, Rechtschreibung, das Einmaleins auswendig lernen.« Tomaschko will laut der »Augsburger Allgemeinen« persönlich dafür kämpfen, dass Diktate oder die Förderung der Handschrift explizit im Lehrplan verankert werden.

Die genaue Ausgestaltung werde derzeit gemeinsam mit der Schulfamilie besprochen und erarbeitet, heißt es aus dem Ministerium. Ein Sprecher ließ zunächst auch offen, ab wann die Ausweitung der Stundentafel greifen werde. Die bereits seit Längerem zum kommenden Schuljahr 2027/28 angekündigte Zusatzstunde in Sport für die ersten Klassen zähle aber zu den sechs neuen Stunden hinzu, ergänzte er.

Für die dann nötigen neuen Stellen für Lehrkräfte würden »auf jeden Fall« weitere Planstellen im neuen Doppelhaushalt benötigt. Wie viele, ließ der Sprecher jedoch offen. Die Reform erfordert laut Tomaschko nach einer ersten groben Schätzung 1300 zusätzliche Lehrkräfte, deren Stellen binnen zweier Jahre geschaffen werden sollen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte Ende September als Reaktion auf die jüngsten Pisa-Ergebnisse eine Unterrichtsoffensive an Grundschulen angekündigt. Die ersten Schuljahre seien für den Bildungserfolg entscheidend, sagte Söder auf einer Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion.

Das jüngste Pisa-Bildungsmonitoring hatte erhebliche Defizite der Schülerinnen und Schüler in Deutschland zutage gefördert. So erfüllten große Teile der 15-Jährigen nicht die Mindeststandards in Fächern wie Mathematik, Deutsch und Naturwissenschaften.

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svs/dpa