Der Ostseestrand in Grömitz ist Bernd Glasers Arbeitsplatz. Hier vermietet er täglich insgesamt 500 Strandkörbe – oder "Minihotels" – wie er sie nennt.
Seit Schleswig-Holstein im Mai die Corona-Maßnahmen lockerte, kann Bernd Glaser wieder arbeiten. Ob er sich über den normalen Sommerbetrieb freut?
Bernd Glaser, Strandkorbvermieter:
»Ja, riesig!«
Ganz ohne Auflagen geht es allerdings nicht.
Bernd Glaser, Strandkorbvermieter:
»Die Körbe, die mussten auf Abstand gestellt werden. Da sind wir richtig mit Maßstab beigegangen, dass das Maß auch stimmt.«
Dafür hat Bernd Glaser Verständnis. Hauptsache kein erneuter Lockdown – das hätte für ihn den Ruin bedeutet. Doch spätestens seit der Sommer- und Ferienzeit braucht er sich darüber keine Sorgen mehr zu machen. Das Geschäft läuft. Die Stimmung ist gut.
TouristInnen:
»Die Ostsee ist so eine schöne Badewanne. Das ist einfach herrlich.«
»Hier ist es mehr deutsch.«
»Ist das gut oder schlecht?«
»Schön! Es ist einfach schön.«
»Und man muss gerade auch in dieser Zeit, denke ich mal, hier auch die Leute unterstützen, die haben ziemlich viele Einbußen gehabt.«
»Das ist wunderschön hier. Es gibt keinen Grund nach Italien zu fahren. Es ist schön hier vor der Haustür.«
Neben den Corona-Maßnahmen gelten allerdings auch noch andere Regeln beim Strandkorb-Urlaub. Auf seinem Rundgang sorgt Bernd Glaser für Ordnung – denn die muss sein.
»Das sollte man nicht, hier zwischen den Strandkörben sitzen.«
»Achso. Warum?«
»Ja, einmal wegen Corona und die Strandkörbe sind auch vermietet. Und wenn Sie keinen Strandkorb möchten, dann sollte man nach unten an die Wasserlinie gehen. «
Fünf bis sechs Meter Abstand zur vordersten Korbreihe – das gilt, sofern man am Strand liegen, aber keinen Korb mieten möchte. Denn Strandkörbe sind nicht bei allen beliebt.
Strandbesucherin:
»Unsere jüngste Tochter hatte mal ein unschönes Erlebnis. Wir waren mal an der Nordsee und da hat sich jemand im Strandkorb übergeben. Das fand sie dann nicht so gut. Und seitdem ist für uns eigentlich Strandkorb tabu. Brauchen wir nicht.«
Bernd Glaser kennt viele seiner Gäste.
»Wir haben ja auch schönes Wetter jetzt, ne?«
»Ja, super!«
»Und wann kommste wieder?«
»Na, hoffentlich nächstes Jahr.«
Viele seiner Kunden sind Stammgäste, einige besuchen schon seit Jahrzenten das Ostseebad. Seitdem hat sich das ein oder andere verändert.
Tourist:
»Als ich ein Kind war, vor 55 Jahren, da gabs hier überall Sandburgen. Irgendwann galt das als teutonisch und dann war das verpönt und seitdem gibt’s das nicht mehr.«
Viele Urlauber wissen die deutsche Strandkorbkultur zu schätzen. Bernd Glaser freut’s. In die kommenden Wochen und auch das nächste Jahr blickt er zuversichtlich.
Bernd Glaser, Strandkorbvermieter:
»Es gibt ja so ein Sprichwort: Am Ende der Schlacht werden die Leichen gezählt. Und wir zählen eben zum Saisonende. Da machen wir die Bilanz.«