Franca Lehfeldt fordert strengere Regeln für Momfluencerinnen und Social Media - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mutterschaft in Deutschland Franca Lehfeldt will strengere Regeln für »Momfluencer«

Kinder bräuchten ein durchsetzbares Recht am eigenen Bild, fordert Franca Lehfeldt. Die Journalistin, verheiratet mit Ex-Finanzminister Christian Lindner, kritisiert auch: Frauen hätten in Deutschland keine echte Wahl zwischen Beruf und Familie.
Lehfeldt Anfang September in Köln
Lehfeldt Anfang September in Köln

Lehfeldt Anfang September in Köln

Foto: Christoph Hardt / Panama Pictures / IMAGO

Franca Lehfeldt, 37, Journalistin, Unternehmerin und Mutter, fordert mehr Schutz für die Kinder von Momfluencerinnen. »Ich habe nichts gegen Frauen, die damit ihr Geld verdienen. Ich habe etwas dagegen, dass ihre Kinder dafür bezahlen«, sagte Lehfeldt im Interview mit der »Zeit «.

»Wir brauchen einen Rechtsrahmen für Mom- und Family-Influencing. Dazu gehören drei Punkte: Die Einnahmen des Kindes werden treuhänderisch gesichert. Das Kind bekommt ein durchsetzbares Recht am eigenen Bild, auch gegen die Eltern, mit Löschanspruch bei Volljährigkeit. Und die Mitwirkung wird an Schutzstandards gebunden, wie wir sie aus dem Jugendarbeitsschutz kennen.«

Lehfeldt ist seit 2022 mit Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP) verheiratet. Im April 2025 kam die gemeinsame Tochter zur Welt. Nun hat Lehfeldt ein Buch geschrieben, in dem sie unter anderem über ihre persönliche Entscheidung, nicht zu stillen, schreibt, aber auch über die gesellschaftlichen Bedingungen der Mutterschaft.

Hier zeigte sich Lehfeldt desillusioniert. »Wir hier in Deutschland sagen: Jede Frau kann selbst entscheiden, ob sie Vollzeit arbeitet, Teilzeit oder zu Hause bleibt. Und dann gucken wir Frauen ins Kleingedruckte und sehen, hm, okay, die Kita schließt um 13 Uhr, Steuerklasse V frisst den Zuverdienst. Ja, der Minijob ist eigentlich die beste Option, damit mir ein bisschen mehr vom Netto bleibt.« Das sei keine Wahlfreiheit. Diese könne nur gelebt werden, wenn es tragfähige Alternativen für Eltern gebe, sagte Lehfeldt und sprach sich unter anderem für die »volle steuerliche Abzugsfähigkeit privater Ausgaben für Kinderbetreuung« aus.

Details, wie sie und ihr Partner sich die Care-Arbeit aufteilen, verrät die 37-Jährige im Interview nicht. Lindner hatte im Vorfeld der Geburt der gemeinsamen Tochter mit Aussagen über seine »Imker-Promotions-Jagd«-Pläne in der Elternzeit irritiert, diese aber später relativiert. In Interviews hatte Lindner mehrfach betont, dass er und Lehfeldt die Erziehung partnerschaftlich teilen wollen.

»Mein Mann war vier Wochen nach der Geburt drei Tage allein mit unserer Tochter zu Hause, und er hat das sehr gut gemacht«, sagte Lehfeldt. Ihre Tochter und er hätten ein sehr enges Verhältnis.

naw