Protest gegen Saint Laurent Magermodels und "Porno-Chic"
Derzeit sind in Paris die Plakate für die neue Saint-Laurent-Kampagne zu bewundern. Darauf zu sehen: Netzstrumpftragende Frauen auf High-Heel-Rollschuhen mit weit geöffneten Beinen. Models in eindeutig animierenden, sexualisierten Posen. Erschreckend dürre Mädchen mit hervorstehenden Knochen und weit heruntergelassenen Hosen.
"Besorgt den Models einen verdammten Burger", schrieb ein Follower auf dem Instagram-Account des Modeunternehmens. Andere Kritiker empfanden die Fotos nicht nur als Verherrlichung der lebensgefährlichen Magersucht, sondern als "Aufruf zur Vergewaltigung".
Bei seiner Behörde seien rund 50 Beschwerden gegen zwei Werbeplakate eingegangen, sagte der Chef der französischen Werbeaufsicht (ARPP), Stéphane Martin. Noch sei keine Entscheidung über ein Verbot der Kampagne gefallen. Das Modehaus habe aber die geltenden Regeln "eindeutig" verletzt, so Martin.
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Tatsächlich ist der Versuch, über so drastische Darstellungen Aufmerksamkeit zu erzielen, keineswegs neu. Eine ähnliche Art der Modewerbung mit pornographischen Anklängen "hatten wir vor zehn Jahren schon einmal", bestätigte Martin. "Dass das jetzt wiederkommt, ist nicht hinnehmbar."
Bereits vor zwei Jahren hatte die britische Werbeaufsicht (ASA) ein Foto von Saint Laurent mit einem Magermodel verboten. Sie befand damals, das sich auf dem Schwarz-Weiß-Foto auf dem Boden räkelnde Model sei "ungesund untergewichtig" und das Werbefoto daher "unverantwortlich".
Die ARPP untersagt alle "abwertenden oder demütigenden Darstellungen von Menschen" in der Werbung. Die Behörde kann von den Verantwortlichen verlangen, derartige Kampagnen zurückzuziehen oder zu ändern. Laut Martin ist für Freitag ein Treffen mit dem Modehaus geplant, danach werde seine Behörde über das weitere Vorgehen entscheiden.
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Twitter startete bereits eine Kampagne für die Rücknahme der Werbung. Auch die Frauenrechtsgruppe "Osez le féminisme" ("Feminismus wagen") forderte, die Kampagne abzusetzen. Es sei nicht das erste Mal, dass Saint Laurent Grenzen überschritten habe, dieses Mal allerdings sei der Subtext der Fotos "extrem gewalttätig". Auch der sexistische Tenor sei nicht zu übersehen: "Die Frauen werden zum Objekt gemacht, hypersexualisiert und in unterwürfigen Posen gezeigt."
Von Saint Laurent gab es zunächst keinen Kommentar.