Weltkriegsende: Schmatz, Schatz - DER SPIEGEL
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Kriegsende: Der Schmatz des Jahrhunderts

Foto: Andrew Gombert/ dpa

Weltkriegsende Schmatz, Schatz

Es ist einer der berühmtesten Küsse der Fotografie-Geschichte: Vor Freude über das Ende des Zweiten Weltkriegs drückt ein US-Marinesoldat einer Frau einen dicken Schmatz ins Gesicht. Zur Feier des Jahrestages wurde die berühmte Szene jetzt nachgestellt - von Hunderten küsswilligen New Yorkern.
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Weltkriegs

New York/Tokio - Wer küsste besser, wer küsst schöner? Hunderte Paare haben auf dem Times Square in New York das Foto nachgestellt, das wie kein anderes zum Symbol für die Freude über das Ende des Zweiten geworden ist: Ein junge Matrose schnappt sich eine junge Krankenschwester und drückt ihr einen saftigen Kuss auf die Lippen.

Truman

Das Bild entstand nach der Kapitulation Japans am New Yorker Times Square. Am Abend des 14. August 1945 hatte Präsident Harry das Kriegsende verkündet. In den ganzen USA war es darauf zu spontanen Freudenfesten gekommen.

Shain

Jahrelang wurde spekuliert, ob das Bild gestellt war - oder ganz spontan entstand. Später outet sich Edith als die junge Frau, die damals geküsst und geknipst worden war. Die angehende Krankenschwester war 1945 als Auszubildende in New York, als sich am 14. August die Nachricht von der Kapitulation Japans verbreitete. Sie sei zum Times Square gegangen, um die Jubelparade zu sehen, so Shain. Ein junger Soldat in Marineuniform habe sie an sich herangezogen und geküsst. Der Moment wurde von dem Fotografen Alfred Eisenstaedt festgehalten und im "Life"-Magazin gedruckt.

Japan

Auch in wurde am Sonntag 2010 der historische Tag auf ungewöhnliche Weise begangen. Die Regierung brach mit einer umstrittenen Tradition: Erstmals besuchte kein Minister den Yasukuni-Schrein in Tokio, wo auch als Kriegsverbrecher verurteilte Soldaten geehrt werden. Stattdessen entschuldigte sich Ministerpräsident Naoto Kan bei einer Gedenkveranstaltung für die Rolle Japans während des Weltkriegs.

Hirohito

Kan besuchte gemeinsam mit Kaiser Akihito, dessen Vater 1945 die Kapitulation ausgerufen hatte, eine Gedenkveranstaltung in Tokio. "Während des Krieges hat Japan vielen Ländern bedeutenden Schaden und Schmerz zugefügt, besonders den Menschen asiatischer Länder", sagte der Regierungschef in einer Ansprache. "Ich bedaure dies zutiefst und spreche den Opfern und ihren Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aus."

Der Yasukuni-Schrein ist ein Denkmal für die etwa 2,5 Millionen getöteten Japaner. Allerdings werden dort auch 14 verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. Offiziellen Angaben zufolge begannen die Besuche von Regierungsmitgliedern an dem Schrein spätestens im Jahr 1985. Demnach war es am Sonntag das erste Mal seit 25 Jahren, dass kein Kabinettsmitglied dort der Opfer gedachte.

jul/dpa/AP/AFP