Großspende kurz vor den Wahlen AfD erhält 50.000 Euro aus Zypern
AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla und Alice Weidel: Geldsegen aus dem östlichen Mittelmeer
Foto:Ronny Hartmann / AFP
Kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hat die rechtsextreme AfD eine neue Großspende aus dem Ausland erhalten. Wie aus einer Ad-hoc-Meldung auf der Website des Deutschen Bundestags hervorgeht, flossen am 16. September 50.000 Euro aus Zypern an die Partei. Gespendet wurde das Geld der Meldung zufolge von Nicholas Galea aus Nikosia, der Hauptstadt der Inselrepublik.
Nach SPIEGEL-Recherchen handelt es sich bei Galea um einen 58-jährigen IT-Unternehmer, der geschäftlich auch in Deutschland aktiv ist. In Niedersachsen fungiert Galea als Geschäftsführer der Hannoveraner 3CX GmbH, die unter anderem computergestützte Kommunikationssysteme für Unternehmen anbietet.
Spender soll maltesischen Pass vorgelegt haben
Laut amtlichen Unterlagen aus dem Handelsregister hat Galea seinen Wohnsitz auf Zypern und damit innerhalb der Europäischen Union. Seine Staatsangehörigkeit wird in den Dokumenten unterdessen mit »britisch« angegeben – etwa in einer notariell beglaubigten Urkunde aus dem November 2017.
Die Spende eines Briten hätte die AfD jedoch ablehnen müssen: Denn laut Gesetz dürfen deutsche Parteien keine Spenden aus dem Ausland annehmen, die aus dem Vermögen von Nicht-EU-Ausländern stammen und die Grenze von 1000 Euro überschreiten. Großbritannien gehört seit dem Brexit nicht mehr der EU an.
Auf Anfrage, ob er neben seiner britischen Staatsangehörigkeit noch weitere Nationalitäten besitze, reagierte Galea zunächst erbost. Offenbar sei der SPIEGEL »wild darauf, seine Propagandamaschine anzuwerfen«. Später ergänzte er, dass er »noch andere Pässe« besitze, unter anderem »einen EU-Pass«. Welche Staatsangehörigkeiten genau das seien, ließ Galea bis Freitagmittag unbeantwortet – genau wie die AfD.
Nach SPIEGEL-Informationen hat inzwischen auch die Bundestagsverwaltung bei der Partei zur Nationalität des Großspenders aus Zypern nachgefragt. Wie ein Sprecher der Behörde mitteilte, habe die AfD daraufhin erklärt, dass der Unternehmer im Zusammenhang mit seiner Spende einen »maltesischen Pass« vorgelegt habe. Da Malta ein EU-Staat ist, wäre die Annahme der 50.000 Euro dadurch zulässig gewesen.
Zuwendungen aus dem Ausland an die AfD sorgten in der Vergangenheit wiederholt für Probleme. Mehrfach geriet die Partei wegen illegaler Spenden und Finanzaffären in die Kritik – zuletzt etwa wegen einer offenkundig falsch verbuchten Erbschaft aus Ungarn.