Trümmerteile trafen Einsatzfahrzeuge Hunderte Feuerwehrleute löschen Großbrand in Hamburg
Eine große Rauchwolke steigt über dem Hamburger Hafen auf
Foto: David Hammersen / dpaEine schwarze Rauchwolke steigt in den Himmel, meterhohe Flammen lodern, dumpfe Explosionen sind zu hören: Ein Großbrand im Hamburger Stadtteil Veddel südöstlich der Innenstadt beschäftigt Hunderte Feuerwehrleute. Wasserwerfer der Polizei fuhren am Abend vor.
Die Auswirkungen des Feuers, das am Nachmittag in einer Lagerhalle ausbrach, waren am Abend unklar. Mindestens drei Menschen seien verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Lorenz Hartmann der Nachrichtenagentur dpa. Ein Mensch ist lebensbedrohlich, ein anderer schwer verletzt worden. 25 weitere Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Die Sachschäden in dem Hafengebiet dürften den Bildern nach verheerend sein. Die Feuerwehr habe Unterstützung angefordert. Auch die Flughafenfeuerwehr sei hinzugerufen worden.
Löscharbeiten könnten bis in den frühen Morgen andauern
Foto: Daniel Bockwoldt / dpaDie Lösch- und Aufräumarbeiten mit zahlreichen explodierten Gasdruckbehältern dauerten in der Nacht weiter an, wie die Feuerwehr Hamburg mitteilte. Demnach waren nachts noch 320 Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor Ort. Die Löscharbeiten werden vermutlich noch bis in die Morgenstunden andauern. Die Rettungskräfte waren bereits am Abend von einem noch langen Einsatz im Stadtteil Veddel südöstlich der Innenstadt ausgegangen. »Wir werden hier noch mehrere Stunden im Einsatz sein«, sagte Hartmann am Abend. Auch Einsatzkräfte wurden verletzt.
Trümmerteile trafen Einsatzfahrzeuge
Laut der dpa sagte ein Augenzeuge, der in einer angrenzenden Halle arbeitete: »Ich bin rausgerannt. Ich habe das erst gar nicht richtig realisiert.« Er habe den Rauch gesehen. Dann sei geschrien worden. »Und dann flogen schon die Trümmer.«
Der Einsatz war für die Feuerwehr zeitweise schwierig: Trümmerteile trafen Einsatzfahrzeuge, wie Sprecher Hartmann am Brandort sagte. Die Einsatzkräfte hätten sich daraufhin mehrere Hundert Meter zurückgezogen.
Den Brand ausgelöst haben soll ein Fahrzeug. Warum es in Brand geriet, war am Abend nicht bekannt. Das Fahrzeug stand in einer Lagerhalle, die später in Flammen stand. Mehrere Druckgasbehälter, mutmaßlich mit Lachgas gefüllt, explodierten. Die brennenden Teile hätten dann weitere Brände in benachbarten Gebäuden und auf Grundstücken ausgelöst, wie Sprecher Hartmann sagte.
Kilometerlanger Stau auf der Autobahn
Pendler wurden von dem Großbrand überrascht. Die angrenzende Autobahn 1, die üblicherweise stark frequentiert wird, musste stellenweise gesperrt werden. Der Verkehr stockte auf bis zu zwölf Kilometer. Trümmerteile seien bis auf die nahe gelegene A1 geflogen, sagte Hartmann. Dadurch wurde offenbar eine Person verletzt, die vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht worden sei.
Die brennenden Teile hätten auch Gras und Böschung in Brand gesetzt. Auf der Autobahn A7, die westlich der A1 verläuft, stockte ebenfalls der Verkehr.
Auf den Fernverkehr der Deutschen Bahn wirkt sich der Brand dagegen nicht aus, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage der dpa mitteilte. Die Hafenverwaltung HPA teilte, ebenfalls auf Anfrage, mit, dass die Seeschifffahrt nicht betroffen sei. In dem Hafengebiet sind üblicherweise keine Containerriesen unterwegs; die vier Containerterminals liegen weiter westlich.
Die Binnen- und Hafenschifffahrt wurde wohl aber beeinträchtigt: Nach Angaben der Hafenverwaltung HPA wurden für die Bereiche Norderelbe, Spreekanal und Peutekanal Sperren eingerichtet. Auch der Hamburger Kupferhersteller Aurubis sperrte einen Teil seines großen Werksgeländes, das an den Brand grenzte, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Die Werksfeuerwehr des Unternehmens habe die Löscharbeiten unterstützt.