Drastischer Fehlalarm Japanische Behörde warnt irrtümlich vor Erdbeben der Stärke 9,9
Informationen zu einem Erdbeben auf einem Handy in Japan (Archivbild)
Foto: Xinhua / IMAGODie japanische Meteorologiebehörde (JMA) hat am Freitagmittag (Ortszeit) eine Warnbenachrichtigung herausgegeben, die irrtümlich ein Erdbeben der Magnitude 9,9 nahe den Kurilen meldete. Der Warnung entsprechend sollten die Erdstöße das japanische Festland mit einer seismischen Intensität von ungefähr 7 erreichen, wie japanische Medien übereinstimmend berichten .
Acht Minuten nach der Herausgabe zog die Behörde die Warnung wieder zurück. Das eigentliche Beben hatte sich, wie sich später zeigte, vor der weiter von Japan entfernten russischen Kamtschatka-Halbinsel ereignet und auch nur eine Stärke von 6,9 erreicht. In Japan wurden den Berichten zufolge die einzigen registrierten Erschütterungen in Gebieten wie Hakodate auf der Insel Hokkaido gemessen und lagen nur bei einer Magnitude von 1 – Beben dieser Intensität werden von den meisten Menschen gar nicht wahrgenommen.
Die JMA erklärte den Irrtum mit einem Fehler des Warnsystems. Dieses habe das Beben an einem falschen Ort vermutet und das Ausmaß überschätzt, sagte Ayataka Ebita, Leiter der Erdbeben- und Tsunami-Beobachtungsabteilung der Behörde. Einen Cyberangriff als Ursache schloss die JMA aus. In einer späteren Erklärung hieß es dann, das System habe eine Berechnungsformel für inländische Erdbeben offenbar auf ein weiter entferntes angewandt. Wie das geschehen konnte, werde nun untersucht.
Regierungssprecher Minoru Kihara sagte, es lägen keine Berichte über Schäden im Zusammenhang mit dem Beben vor. Man nehme jedoch die Ängste ernst, welche die irrtümliche Warnung bei vielen Menschen ausgelöst habe.
Ein Erdbeben der Magnitude wäre das stärkste jemals aufgezeichnete gewesen und würde sogar jenes von Valdivia übertreffen. Dieses ließ im Jahr 1960 im Süden Chiles die Erde beben und erreichte eine Stärke von 9,5. Ein anschließender Tsunami führte zu Zerstörungen im gesamten Pazifikraum.