Japan: Das kaiserliche Baby ist da - DER SPIEGEL
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Japan Das kaiserliche Baby ist da

Es ist das Ergeignis des Jahres in Japan: Das mit Spannung erwartete Baby von Thronfolger Naruhito ist da. Acht Jahre nach ihrer Heirat mit dem Kaisersohn hat Prinzessin Masako ein Mädchen zur Welt gebracht.
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Tokio - Mutter und Tochter seien wohlauf, teilte das Haushofamt am Samstag offiziell vor der Presse mit. Die Geburt des Mädchens dürfte die Diskussion über die Thronfolgeregelung in Japan weiter anheizen. Nach bestehenden Vorschriften kann nur ein Junge japanischer Kaiser werden.

Strenges Zeremoniell am Kaiserhof

Die Geburt des japanischen Kronprinzenbabys steht ganz im Zeichen der Tradition dieser ältesten Monarchie der Welt. Das Leben am Kaiserhof mitten im modernen Tokio ist geprägt von strengem Zeremoniell und rituellen Handlungen der japanischen Ur-Religion Shinto. Die Zeremonien für das erste Kind von Kronprinz Naruhito, 41, und seiner Frau, Prinzessin Masako, 37, begannen schon wenige Stunden nach der Geburt. Zunächst ließ Kaiser Akihito seinem Enkelkind durch ranghohe Bedienstete des Hofes ein Schwert als Symbol des Schutzes in die Palastklinik überbringen.

Einen Höhepunkt stellt am siebten Tag das rituelle Bad und das Namensgebungsritual dar. Während eine Dienerin das Baby in ein Badezimmer der Klinik trägt - die Eltern sind nach Angaben des Hofes dabei nicht vorgesehen - schlagen zwei Hofbeamte vor dem Raum die Saiten hölzerner Bögen, um böse Geister zu vertreiben. Dazu rezitiert ein Dritter einen traditionellen Text, um dem Kind Gesundheit zu wünschen. Danach wird Kaiser Akihito einem Diener den Namen des Babys enthüllen. Laut Medienberichten wurde eine Gruppe Wissenschaftler mit der Namenssuche beauftragt. Die Eltern haben zwar nicht das letzte Wort, können einem Zeitungsbericht zufolge aber immerhin eine Vorauswahl treffen. Der Hofmeister des Prinzenpalastes wird den Namen schließlich dem Vater des Kindes, Kronprinz Naruhito, überbringen.

Wissenschaftler kümmern sich um den Namen

Zwei Vertreter des Kronprinzenpaares werden dann zu drei Schreinen auf dem Gelände des Kaiserpalastes pilgern, um den Göttern über die Geburt und die Namensgebung zu berichten. Am nächsten oder übernächsten Tag nach der Namensgebung wird das Kind im kaiserlichen Familienbuch eingetragen. Etwa am 50. Tag wird mit dem Baby zu drei Schreinen des Palastes gepilgert, um den Schutz der Götter zu erbitten. Danach steht ein Besuch beim Kaiser auf dem Baby-Programm.