Hochzeit von Jeff Bezos und Lauren Sánchez Samtslipper und Bombenspürhunde: Das berichtet ein Mitarbeiter der Eventagentur
Jeff Bezos und Lauren Sánchez haben sich getraut. Der SPIEGEL war dabei in Venedig und hat Mitarbeiter, Sicherheitsleute und ein Bezos-Double gesprochen. Das Spektakel im Zeitraffer.
Mit
Simon Book,
Solveig Eichner (Fotos),
Philipp Löwe,
Evelin Ruhnow,
Kim Staudt,
Janko Tietz und
Miriam Khan, (Venedig)
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DER SPIEGEL
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Liebe Leserinnen und Leser, wir verabschieden uns an dieser Stelle – von der Hochzeitsinsel und aus dem heutigen Liveblog. Wir hoffen, Sie haben sich gut unterhalten und informiert gefühlt. Sie haben das Spektakel ja irgendwie mitfinanziert – zumindest, wenn sie Amazon-Kunde sind.
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Jeff Bezos und Lauren Sánchez sind verheiratet
Nun ist es offiziell: Amazon-Chef Jeff Bezos hat Autorin Lauren Sánchez in Venedig geheiratet. VOGUE ein Bild des Paares auf dem eigenen Instagram-Account veröffentlicht. Demnach trug Sánchez ein Dolce&Gabbana-Hochzeitskleid, das von Sophia Lorens Kleid aus dem Film »Hausboot« von 1958 inspiriert war.
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Evelin Ruhnow
Nachrichtenressort
Leseempfehlung: Das große Hochzeits-Spezial
Sie wollen heiraten oder kennen Menschen, die es tun? Hier kommen unsere Tipps: für das beste Geschenk, für einen rechtlich abgesicherten Start in die Ehe – und für Hochzeitsgäste, die keine sein wollen. Mehr Tipps rund um die Hochzeitssaison lesen Sie hier.

Foto: Guille Faingold / Stocksy
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Bezos-Schuhe und Bombenspürhunde
Noch mehr Infos vom Lanza & Baucina-Mitarbeiter: Jeff Bezos trägt ihm zufolge schwarze Samtslipper mit einem goldenen B im »Gothic Style« aufgestickt. Alle Gäste mussten einen Metalldetektor passieren, um Zutritt zu den Feierlichkeiten zu bekommen. Innerhalb der Location sollen ihm zufolge um die 50 Polizei-Spezialkräfte mit »Riot Gear« stationiert sein, falls Unbefugte eindringen. Außerdem sind offenbar Bombenspürhunde anwesend.
Und: Ellie Goulding ist als musikalischer Act für den Abend vorgesehen.
Und: Ellie Goulding ist als musikalischer Act für den Abend vorgesehen.
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Mitarbeiter gibt Einblick hinter die Kulissen
Ein Mitarbeiter der Eventagentur Lanza und Baucina, der Feierabend hat, erzählte dem SPIEGEL beim Herausgehen soeben, dass tatsächlich Matteo Bocelli auf der Hochzeit singt. Die Stimmung der Hochzeitsgesellschaft scheint gelöst zu sein, er habe viele Gäste lachen sehen, so der Mann, der anonym bleiben wollte. Er habe auch eine Person mit zwei Falken auf den Armen gesehen und selbst die Anweisung bekommen, sich »unsichtbar« zu machen.
Auch am Eingang zum St. Regis Hotel war heute eine Mitarbeiterin stationiert, die einen Falken auf dem Arm hielt. Die Tiere sollen Möwen fernhalten.
Auch am Eingang zum St. Regis Hotel war heute eine Mitarbeiterin stationiert, die einen Falken auf dem Arm hielt. Die Tiere sollen Möwen fernhalten.
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Nun treffen weitere Musiker:innen ein. Einige tragen Instrumente, andere sind möglicherweise (Gospel-)Sänger:innen? Derweil wird drinnen der Italo-Klassiker »Volare« gesungen – laut italienischen Medien von Matteo Bocelli, Sohn von Sängerlegende Andrea Bocelli und selbst Startenor. Es folgt »Quando, quando, quando«, ebenfalls ein italienischer Klassiker.
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Hintergrund: Eventplaner Lanza & Baucina
Organisiert wird das Hochzeitsspektakel in Venedig von der Londoner Agentur Lanza & Baucina. Das Eventunternehmen koordiniert alle Aspekte der Feierlichkeiten, von der Gästeliste über die Locations bis zur Logistik. »Lanza & Baucina ist in der Welt der Superreichen längst eine Legende«, schreibt meine Kollegin Maren Jensen vom manager magazin.
Gegründet wurde die Agentur im Jahr 2000 von Prinz Antonio Licata di Baucina und seinen beiden Cousins Riccardo Vere Lanza und Aleramo Maria Lanza, drei mittlerweile Mittvierziger und Sprösslinge britisch-italienischer Adelsfamilien. Das Trio orchestriert seitdem viele der exklusivsten Hochzeiten und Privatfeste der Welt, darunter die Hochzeit von George und Amal Clooney im Jahr 2014 und die Hochzeit von Kering-CEO und Milliardenerbe François-Henri Pinault mit Schauspielerin Salma Hayek im Jahr 2009. Beide Feste fanden in Venedig statt.
Mit dem Ausrichten von Partys in der Lagunenstadt hat die Firma Erfahrung. Wie es aussieht, wenn Lanza & Baucina eine Hochzeit in Venedig planen, sehen Sie hier:
Gegründet wurde die Agentur im Jahr 2000 von Prinz Antonio Licata di Baucina und seinen beiden Cousins Riccardo Vere Lanza und Aleramo Maria Lanza, drei mittlerweile Mittvierziger und Sprösslinge britisch-italienischer Adelsfamilien. Das Trio orchestriert seitdem viele der exklusivsten Hochzeiten und Privatfeste der Welt, darunter die Hochzeit von George und Amal Clooney im Jahr 2014 und die Hochzeit von Kering-CEO und Milliardenerbe François-Henri Pinault mit Schauspielerin Salma Hayek im Jahr 2009. Beide Feste fanden in Venedig statt.
Mit dem Ausrichten von Partys in der Lagunenstadt hat die Firma Erfahrung. Wie es aussieht, wenn Lanza & Baucina eine Hochzeit in Venedig planen, sehen Sie hier:
Um sich selbst macht die Agentur ein großes Geheimnis, verzichtet auf jede Form von öffentlicher Selbstdarstellung. So unterhält die Firma keine Social-Media-Präsenz, nennt auf ihrer Homepage keine Referenzen, zeigt keine Fotos. Es gilt absolute Vertraulichkeit. Die Website besteht schlicht aus einem Logo und einem Kurztext in Weiß auf schwarzem Hintergrund: »Diskretion ist für uns oberstes Gebot«, heißt es da unter anderem.
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Es geht romantisch weiter: Ed Sheerans »Perfect« ist der nächste Song auf der Playlist der Hochzeitsband. Dieses Mal wieder mit Gesang.
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Das dritte Interview des SPIEGEL mit Bezos
11.11.2007: Alexander Jung über das Gespräch mit der Überschrift: »Süchtig nach Veränderung«
Sieben Jahre später trafen wir Bezos noch einmal, wieder in München. Amazon war inzwischen eine Macht geworden, das Unternehmen zum weltgrößten Onlineversender aufgestiegen, der Umsatz auf mehr als 14 Milliarden Dollar gewachsen, und endlich erzielte Bezos ordentlich Gewinn. Dennoch lief dieses Interview nicht gut. Es stand sogar kurz vor dem Abbruch.
Dafür gab es nur einen Grund, und der hieß Mark Zuckerberg. Alle Welt redete über ihn, über den phänomenalen Erfolg von Facebook und darüber, wie soziale Netzwerke das Leben der Menschen weltweit veränderten. Wir wollten wissen, was Bezos davon hielt. Der aber war genervt.
Bezos antwortete kurz, er wich aus, er startete nicht einmal mehr eine seiner Lachattacken. »Wir bei Amazon nutzen den Community-Gedanken ja schon lange«, sagte er fast beleidigt, »die Leute schreiben seit Jahren Rezensionen über Bücher und empfehlen Produkte.« Im Übrigen, so Bezos ungewöhnlich defensiv, beobachte man die Entwicklung sehr genau. Das klang nicht wie Amazon. Eher wie Quelle. (Zum Weiterlesen bitte unter dem Foto den Post aufklappen.)
Dafür gab es nur einen Grund, und der hieß Mark Zuckerberg. Alle Welt redete über ihn, über den phänomenalen Erfolg von Facebook und darüber, wie soziale Netzwerke das Leben der Menschen weltweit veränderten. Wir wollten wissen, was Bezos davon hielt. Der aber war genervt.
Bezos antwortete kurz, er wich aus, er startete nicht einmal mehr eine seiner Lachattacken. »Wir bei Amazon nutzen den Community-Gedanken ja schon lange«, sagte er fast beleidigt, »die Leute schreiben seit Jahren Rezensionen über Bücher und empfehlen Produkte.« Im Übrigen, so Bezos ungewöhnlich defensiv, beobachte man die Entwicklung sehr genau. Das klang nicht wie Amazon. Eher wie Quelle. (Zum Weiterlesen bitte unter dem Foto den Post aufklappen.)

SPIEGEL-Gesprächspartner Bezos (2007). Foto: Armin Brosch / DER SPIEGEL
Bezos wollte in dem Interview eine ganz andere Botschaft verbreiten. Amazon hatte gerade Prime eingeführt, ein Abo-Modell für Dienstleistungen. Darüber wollte er sprechen, am liebsten ausschließlich, aber partout nicht über andere Unternehmen und ihre Strategien. Aus seiner Sicht verständlich, nur fanden wir das Phänomen »Social Media« deutlich spannender. Es war absehbar, dass die neuen Plattformen das gesamte Internetbusiness umwälzen würden. So redeten wir einen Großteil der Zeit aneinander vorbei.
Immerhin streiften wir am Ende kurz ein Steckenpferd von Bezos, den Raketenbau und seine Raumfahrtfirma Blue Origin. Er könne es kaum erwarten, dass es losgehe: »Ich möchte endlich in die Schwerelosigkeit.« Dann folgte doch noch mal sein markantes Lachen, und das Interview nahm ein halbwegs versöhnliches Ende. Es war das letzte Gespräch, das uns Bezos gegeben hat. Bislang jedenfalls.
Lesen Sie hier das Interview von 2007.
Immerhin streiften wir am Ende kurz ein Steckenpferd von Bezos, den Raketenbau und seine Raumfahrtfirma Blue Origin. Er könne es kaum erwarten, dass es losgehe: »Ich möchte endlich in die Schwerelosigkeit.« Dann folgte doch noch mal sein markantes Lachen, und das Interview nahm ein halbwegs versöhnliches Ende. Es war das letzte Gespräch, das uns Bezos gegeben hat. Bislang jedenfalls.
Lesen Sie hier das Interview von 2007.
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Promi-Spotting: Venedig hat mit der Bezos-Hochzeit an diesem Wochenende eine weitere Touristenattraktion dazugewonnen – ob gewollt oder nicht. Hier haben Touristen Bezos’ Wassertaxireise zur Hochzeitslocation gefilmt.

Foto: Daniel Dal Zennaro / EPA

Foto: Daniel Dal Zennaro / EPA
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Die Musik wird ruhiger, leiser – und romantischer. Jetzt wird »Can‘t Help Falling in Love« von Elvis Presley gespielt. Es hört sich nach einer Instrumentalversion an. Ein guter Song für einen romantischen Hochzeitstanz? Anschließend ist »If I ain‘t Got You« von Alicia Keys zu hören, ebenfalls in der Instrumentalversion.
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Hier geht es nicht weiter. Am Security-Zelt muss sich ausweisen, wer rein möchte.

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Am Hintereingang hört man ein wenig von dem, was auf der Hochzeit vor sich geht. Eben wurde laut gejubelt, danach spielte eine Band »Higher Love« von Whitney Houston, anschließend folgte »You Got the Love« von Florence + the Machine.
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Hintergrund zur Location: Die Fondazione Cini
Die Cini-Stiftung wurde im April 1951 auf der Insel San Giorgio Maggiore gegründet. Sie geht zurück auf Giorgio Cini, den Sohn des venezianischen Großunternehmers Vittorio Cini. Giorgio Cini starb 1949 bei einem Flugzeugunglück.
Im Garten der Fondazione Cini soll angeblich die Trauung stattfinden. Zum Gelände der Stiftung gehören neben einer Parkanlage mehrere Gebäude, in denen Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte stattfinden. Außerdem kann der Ort als Tagungszentrum genutzt werden – so fanden hier bereits ein G7- und ein G20-Gipfel statt – oder als Partylocation.
Im Garten der Fondazione Cini soll angeblich die Trauung stattfinden. Zum Gelände der Stiftung gehören neben einer Parkanlage mehrere Gebäude, in denen Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte stattfinden. Außerdem kann der Ort als Tagungszentrum genutzt werden – so fanden hier bereits ein G7- und ein G20-Gipfel statt – oder als Partylocation.

Blick von oben auf die Insel San Giorgio Maggiore. Im Vordergrund links die gleichnamige Kirche, rechts die Räumlichkeiten der Cini-Stiftung. Foto: Abacapress / Imago
In unterschiedlichen Räumlichkeiten können laut Angaben der Stiftung jeweils zwischen 100 und 400 Menschen bewirtet werden. So können Gäste in modernen oder historischen Räumen feiern, aber auch in einem leeren Schwimmbad. Hier bekommen Sie einen Einblick ins Innere der Räume:
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Rund ein Dutzend Make-up- und Hairstylisten wird gerade am Hintereingang zur Hochzeit durchgelassen. Für Reporter geht es hier allerdings nicht weiter.
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Ausgebucht?!
Der Hype um die Hochzeit war im Vorfeld riesig, die Gerüchte teils wild. So wurde etwa in Medienberichten kolportiert, Bezos und Sánchez hätten für sich und ihre Gäste mehrere Luxushotels in der Stadt komplett ausgebucht, dazu fast alle verfügbaren Wassertaxis. Später war von etwa 30 der rund 200 Taxis die Rede, die das Brautpaar reserviert haben soll.
Tatsächlich war aber etwa das Aman-Venice-Hotel, in dem bereits die Anwältin und Aktivistin Amal Clooney und ihr Mann, der Schauspieler George Clooney, während ihrer Hochzeit in Venedig unterkamen, zum Zeitpunkt der Bezos-Sause komplett ausgebucht. Ein Zimmer schlägt dort im Sommer mit mindestens 2000 Euro zu Buche – pro Nacht. Am teuersten ist es Ende August: Laut Website muss man dann rund 11.000 Euro ausgeben, um dort zu nächtigen – natürlich ebenfalls pro Nacht.
Tatsächlich war aber etwa das Aman-Venice-Hotel, in dem bereits die Anwältin und Aktivistin Amal Clooney und ihr Mann, der Schauspieler George Clooney, während ihrer Hochzeit in Venedig unterkamen, zum Zeitpunkt der Bezos-Sause komplett ausgebucht. Ein Zimmer schlägt dort im Sommer mit mindestens 2000 Euro zu Buche – pro Nacht. Am teuersten ist es Ende August: Laut Website muss man dann rund 11.000 Euro ausgeben, um dort zu nächtigen – natürlich ebenfalls pro Nacht.

Blick auf das Aman-Hotel in Venedig. Foto: Andrea Pattaro/AFP
Auch die Luxushotels Danieli, St. Regis, Belmond Cipriani und Gritti Palace wiesen für mehrere Tage der Hochzeitswoche keine Verfügbarkeiten mehr auf.
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Zeit für Selfies: Kim und Khloé Kardashian nutzten die Bootsfahrt für Bilder.
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Kim und Khloé Kardashian wurden bei der Anreise von zahlreichen Paparazzi-Booten verfolgt. Davon ließen sich die beiden Realitygrößen jedoch nicht beirren.
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Kris Jenner ist ebenfalls auf dem Weg zur Trauung. Ob sie sich freue auf den Abend, riefen ihr Journalisten zu. Jenner lachte nur unverbindlich.
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Wassertaxi-Kolonne bringt Hochzeitsgäste zur Location
Die Kardashians, Rania von Jordanien, Tom Brady und ein verstecker Leonardo DiCaprio: Weitere Gäste verlassen ihre Hotels und zeigen ihre Hochzeitsoutfits beim Besteigen der Wassertaxis.
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Ivanka Trump steigt am St.-Regis-Hotel ins Taxi – begleitet von aufgeregten Rufen der Paparazzi.
Video: Miriam Khan / DER SPIEGEL
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Am St. Regis werden die Taxis von mehreren Sicherheitsleuten organisiert.
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Krisen- und Kniefall »Washington Post«
Für schlappe 250 Millionen Dollar übernahm Jeff Bezos 2013 die kriselnde Zeitungsikone »Washington Post«. Mit seinem Privatvermögen wohlgemerkt, nicht als Teil von Amazon. Das Blatt, dessen Journalisten einst die Watergate-Affäre aufgedeckt hatten, hatte seit 2008 hohe Auflagenverluste erlitten und mehrmals Personal entlassen. Bezos versprach bei der Übernahme, nicht an der Unabhängigkeit der Zeitung zu rütteln und im Übrigen dieselben Prinzipien bei der Rettung anzuwenden, die Amazon groß gemacht hätten.

Blick auf das Redaktionsgebäude der »Washington Post«. Foto: Sipa USA / picture alliance
Tatsächlich investierte Bezos anfangs kräftig: Ausbau des Onlineangebots, Partnerschaft mit Facebook, neues digitales Verlagssystem, das auch an Konkurrenten lizenziert wurde. Auch in die Redaktion investierte Bezos, stellte bis 2017 mehr als 250 neue Leute ein. Die Zeitung gewann an Renommee, brachte wieder aufwendige Investigativgeschichten – und wurde dafür mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die anfängliche Skepsis in der Medienbranche wich bald einem Aufatmen. Der SPIEGEL attestierte Bezos 2014 eine »befreiende Wirkung«, die »Neue Zürcher Zeitung« nahm in der Redaktion eine »Aufbruchstimmung« wahr.
Inzwischen ist davon wenig bis nichts mehr übrig. Auf Geheiß von Bezos verzichtete die »Washington Post« bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 – entgegen der üblichen Praxis – auf eine Wahlempfehlung. Sie wäre, so wurde später bekannt, für die demokratische Kandidatin Kamala Harris ausgefallen – und hätte damit Bezos’ geschäftlichen Interessen im Wege stehen können.
Der Milliardär glaubte offenbar nicht nur an einen Wahlsieg von Donald Trump, sondern unterstützt den neuen US-Präsidenten seit der Wahl auch aktiv. Eine Million Dollar spendete Amazon gleich nach der Wahl, Bezos gratulierte Trump zu seinem »außerordentlichen Comeback«.
Der wahre Preis indes ist viel höher: Seine Zeitung hat seither Hunderttausende Abonnenten und zig profilierte Journalisten verloren. Der langjährige Meinungsredakteur Robert Kagan sowie die Kolumnistin Danielle Allen etwa verließen das Blatt. Inzwischen ist ein regelrechter Reporterexodus eingetreten. Nachdem eine Bezos-kritische Karikatur der langjährigen Cartoonistin Ann Telnaes von der Redaktion abgelehnt wurde und der Milliardär seiner Meinungsredaktion die Meinung verbot, sie stattdessen anwies, jeden Tag »persönliche Freiheit« und »freie Märkte« zu verteidigen, musste auch Meinungsressortleiter David Shipley gehen. Inzwischen ist der Ruf der Post als unabhängiger, kritischer Zeitung schwer beschädigt, wenn nicht ruiniert. Mehr dazu lesen Sie hier.
Inzwischen ist davon wenig bis nichts mehr übrig. Auf Geheiß von Bezos verzichtete die »Washington Post« bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 – entgegen der üblichen Praxis – auf eine Wahlempfehlung. Sie wäre, so wurde später bekannt, für die demokratische Kandidatin Kamala Harris ausgefallen – und hätte damit Bezos’ geschäftlichen Interessen im Wege stehen können.
Der Milliardär glaubte offenbar nicht nur an einen Wahlsieg von Donald Trump, sondern unterstützt den neuen US-Präsidenten seit der Wahl auch aktiv. Eine Million Dollar spendete Amazon gleich nach der Wahl, Bezos gratulierte Trump zu seinem »außerordentlichen Comeback«.
Der wahre Preis indes ist viel höher: Seine Zeitung hat seither Hunderttausende Abonnenten und zig profilierte Journalisten verloren. Der langjährige Meinungsredakteur Robert Kagan sowie die Kolumnistin Danielle Allen etwa verließen das Blatt. Inzwischen ist ein regelrechter Reporterexodus eingetreten. Nachdem eine Bezos-kritische Karikatur der langjährigen Cartoonistin Ann Telnaes von der Redaktion abgelehnt wurde und der Milliardär seiner Meinungsredaktion die Meinung verbot, sie stattdessen anwies, jeden Tag »persönliche Freiheit« und »freie Märkte« zu verteidigen, musste auch Meinungsressortleiter David Shipley gehen. Inzwischen ist der Ruf der Post als unabhängiger, kritischer Zeitung schwer beschädigt, wenn nicht ruiniert. Mehr dazu lesen Sie hier.
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Nur eine von vielen Hochzeiten?
Der Protest gegen das Megaspektakel war bereits vor dessen Beginn laut und intensiv. Die Stadt bemühte sich deshalb um Deeskalation. Die Ehelichung von Bezos und Sánchez sei nur »eine von vielen Hochzeiten«, die tagtäglich in der Lagunenstadt gefeiert würden, sagte Tourismusstadtrat Simone Venturini der Nachrichtenagentur AFP. Hinsichtlich der Gästezahl sei sie sogar »relativ klein«.

Touristen in Venedig. Foto: Frank Bienewald/Imago
Die gesamte Hochzeitsfeier werde in Hotels und anderen Privaträumen stattfinden, sagte Venturini weiter. Im öffentlichen Raum und auf den Wasserstraßen Venedigs seien keinerlei Beeinträchtigungen zu erwarten, versicherte der stellvertretende Bürgermeister. Im historischen Stadtzentrum werde es auch nicht zu einer »Privatisierung öffentlichen Raums« etwa durch Straßen- und Kanalsperrungen kommen. Dieses Versprechen konnte jedoch nicht eingehalten werden (siehe Blogeintrag von 16.54 Uhr).
Im Fall der Bezos-Hochzeit stelle die »Bekanntheit der beteiligten Personen« natürlich eine besondere Herausforderung dar, etwa bei den Sicherheitsvorkehrungen, räumte Venturini ein. Venedig habe aber schon »weitaus anspruchsvollere, problematischere und komplexere Veranstaltungen« organisiert, etwa einen Papstbesuch oder ein G7-Treffen.
Mit dem Problem des Massentourismus habe das Spektakel aber nichts zu tun. Bei den Bezos-Feierlichkeiten handele sich um eine »qualitativ sehr hochwertige« Veranstaltung mit einer »extrem begrenzten Gästeliste und ohne Auswirkungen auf die Stadt«, sagte Venturini.
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Vor dem St.-Regis-Hotel stauen sich die Taxis. Hier schlafen viele Hochzeitsgäste, die nach und nach Richtung San Giorgio aufbrechen. Bill Gates etwa ist soeben ins Taxi gestiegen, auch Oprah Winfrey wurde in roséfarbenem Abendkleid gesichtet.
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Mit Material der Agenturen