Bernie Ecclestone: Bewährungsstrafe für Ex-Formel-1-Boss wegen Steuerbetrugs - DER SPIEGEL
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Urteil gegen Ex-Formel-1-Boss Bewährungsstrafe für Bernie Ecclestone wegen Steuerbetrugs

Der frühere Formel-1-Chef bleibt frei: Bernie Ecclestone ist in London wegen Betrugs zu 17 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 92-Jährige hat umgerechnet mehr als 750 Millionen Euro Steuern nachgezahlt.
Bernie Ecclestone
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Foto: Lucy North / dpa

652.634.836 Pfund und ein Schuldeingeständnis: Mit einer gewaltigen Steuernachzahlung, umgerechnet rund 756 Millionen Euro, hat der frühere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone eine Freiheitsstrafe wegen Betrugs vermieden. Der 92-Jährige räumte in London die Vorwürfe gegen sich ein. »Ich bekenne mich schuldig«, sagte Ecclestone, in einen grauen Anzug gekleidet und in Begleitung seiner Ehefrau Fabiana Flosi. Der Southwark Crown Court verurteilte ihn zu 17 Monaten Haft – ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung.

Nach Ansicht der britischen Anklagebehörde hat der einst einflussreichste Mann des Motorsports Auslandsvermögen in Höhe von mehr als 400 Millionen Pfund bei der Steuer falsch angegeben. Das US-Magazin »Forbes« schätzt das Vermögen von Ecclestone und seiner Familie auf rund 2,9 Milliarden US-Dollar (2,73 Mrd. Euro).

Zuvor hatte Ecclestone die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Nun sieht alles nach einem Deal mit der Justiz aus. Wenige Wochen vor dem Start des Betrugsprozesses – und Ecclestones 93. Geburtstag – präsentierte Staatsanwalt Richard Wright vor Gericht alle Bestandteile der offenkundigen Absprache.

»Er akzeptiert jetzt, dass in Bezug auf diese Angelegenheiten eine gewisse Steuer fällig ist«

Ecclestone räume ein, dass seine früheren Antworten falsch waren, wie Wright sagte. »Er akzeptiert jetzt, dass in Bezug auf diese Angelegenheiten eine gewisse Steuer fällig ist.« Verteidigerin Christine Montgomery betonte, ihr Mandant »bedauert zutiefst die Ereignisse, die zu diesem Strafprozess geführt haben«. Theoretisch war eine Verurteilung von bis zu zehn Jahren Haft möglich.

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Der Vorwurf ist schon mehrere Jahre alt. Am 7. Juli 2015 versäumte es Ecclestone laut Anklage, einen Trust in Singapur mit einem Bankkonto in Höhe von rund 650 Millionen US-Dollar zu deklarieren, was damals einem Wert von etwa 400 Millionen Pfund entsprach. Vielmehr hatte Ecclestone angegeben, Begünstigte des Trusts seien seine drei Töchter Deborah (68), Tamara (39) und Petra (34). Das sah die britische Finanz- und Steuerbehörde HMRC anders. Sie war der Ansicht, dass der Milliardär selbst von dem nicht deklarierten Vermögen im Ausland profitieren wollte. Mit seiner dritten Ehefrau Flosi hat Ecclestone zudem noch den Sohn Ace, der im Juli 2020 geboren wurde.

Ausgangspunkt der »komplexen und weltweiten« Ermittlungen von HMRC war ausgerechnet eine hohe Zahlung Ecclestones. Er hatte vor rund zehn Jahren eine Geldauflage von 100 Millionen US-Dollar bezahlt, im Gegenzug wurde ein Verfahren wegen Bestechung in München eingestellt. Dabei ging es um den Verkauf der Formel 1 an das Investmentunternehmen CVC im Jahr 2006. Als Beamte von HMRC ihn im Juli 2015 befragten, verneinte der Milliardär die Frage, ob er Verbindungen zu weiteren Trusts innerhalb oder außerhalb des Vereinigten Königreichs habe. »Diese Antwort war unwahr oder irreführend«, sagte Ankläger White. »Mister Ecclestone wusste, dass seine Antwort möglicherweise unwahr oder irreführend war.«

apr/lmd/dpa