Boston: Polizei tötet Terrorverdächtigen - DER SPIEGEL
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Nach mutmaßlicher Messerattacke Bostoner Polizei tötet Terrorverdächtigen

Polizisten haben im US-Bundesstaat Massachusetts einen Mann erschossen, der sie mit einem Messer bedroht haben soll. Der Tote hatte mutmaßlich Verbindungen zu islamistischen Terroristen.
Tatort in Roslindale, Massachusetts: tödliche Vernehmung
Tatort in Roslindale, Massachusetts: tödliche Vernehmung

Tatort in Roslindale, Massachusetts: tödliche Vernehmung

Foto: Mark Garfinkel / AP / dpa
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In Boston ist bei einem Anti-Terror-Einsatz ein Verdächtiger erschossen worden. Der Polizei zufolge näherten sich ein Polizist und ein FBI-Agent dem Mann, woraufhin dieser ein großes Messer zog und auf die Beamten losging.

"Wir sind davon ausgegangen, dass er eine Gefahr darstellt", sagte der Leiter der Bostoner Polizei, William B. Evans. Der 26-jährige Verdächtige, der als Usaama Rahim identifiziert wurde, sei seit geraumer Zeit von Ermittlern beobachtet worden.

Rahim sollte ursprünglich befragt werden, weil er offenbar über Informationen im Zusammenhang mit Terrorismus verfügte. Es habe kein Haftbefehl vorgelegen, man habe den Mann auch nicht in Gewahrsam nehmen, sondern nur mit ihm reden wollen, erklärte die Polizei. Laut "Boston Globe" war Rahim nicht vorbestraft.

Doch offenbar eskalierte die Situation. Rahim habe sich der mehrfachen Aufforderung der Anti-Terror-Task-Force, das Messer wegzuwerfen, widersetzt. Daraufhin hätten ein Polizist und ein FBI-Agent das Feuer auf den Mann eröffnet, berichtete der "Boston Globe" . Rahim erlag in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Der Vorfall ereignete sich am Dienstagmorgen vor einer Apotheke in dem Wohngebiet Roslindale. Polizeichef Evans sprach von "einer tragischen Wendung".

Der Bruder des Erschossenen, Imam Ibrahim Rahim aus San Francisco, veröffentlichte via Facebook seine Version des Geschehens. Demnach habe sein jüngerer Bruder auf den Bus zur Arbeit gewartet, als er von der Polizei konfrontiert und dann dreimal in den Rücken geschossen wurde. Während der Auseinandersetzung habe Usaama mit seinem Vater am Telefon gesprochen. "Ich kann nicht atmen" seien seine letzten Worte gewesen.

Der Polizei zufolge wurde Rahim aus einer Entfernung von viereinhalb bis sechs Metern von drei Kugeln in den Oberkörper getroffen - von vorn.

Jetzt laufen die Ermittlungen in dem Fall. Es ist bereits das dritte Mal im laufenden Jahr, dass in Boston ein Tatverdächtiger von einem Polizisten tödlich verletzt wurde.

ala