Fabian aus Güstrow: Angeklagte Gina H. sagt erstmals vor Landgericht aus - DER SPIEGEL
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Erklärung zu Blutspuren im Auto Angeklagte im Fall Fabian sagt erstmals aus

Sie soll den achtjährigen Fabian aus Güstrow getötet haben, nun bricht die Angeklagte ihr Schweigen. Gina H. geht auch auf ein Beweisstück ein, das im Prozess eine Rolle spielt.
Angeklagte Gina H. vor Gericht
Angeklagte Gina H. vor Gericht

Angeklagte Gina H. vor Gericht

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Gina H., die im Fall Fabian wegen Mordes angeklagte Frau, hat sich erstmals seit Prozessbeginn vor dem Landgericht Rostock geäußert. Die Frau soll den achtjährigen Fabian laut Anklage am 10. Oktober 2025 an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben.

Die Angeklagte wies die Tatvorwürfe zurück. Laut einer vor Gericht verlesenen Erklärung will die 30-Jährige den Leichenfundort nahe dem Tümpel am 13. Oktober 2025 erstmals gesehen habe - also drei Tage nach der Tat.

Zeugen hatten allerdings im Prozess ausgesagt, dass sie die Frau am 10. Oktober mit ihrem auffälligen Pickup-Auto auf einem Feldweg in der Nähe des Fundortes gesehen hätten. Die Angeklagte gab zu, am Tattag in Güstrow und auch in der Nähe des Fundortes bei Klein Upahl spazieren gewesen zu sein. Hätte sie die Tat begangen, wäre sie aber mit Sicherheit »nicht so dumm gewesen« und an Zeugen vorbeigefahren, sagte sie.

H. erklärte, sie sei am 13. Oktober mit zwei unterschiedlichen Freunden am Fundort gewesen. Diese hätten ihr eindringlich davon abgeraten, die Polizei zu rufen. Sie habe den Fund dann erst am 14. Oktober gemeldet.

Das mögliche Tatmotiv soll mit H.s Verhältnis zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. »Es war Liebe auf den ersten Blick«, sagte die 30-Jährige nun über den Vater des getöteten Jungen. Die Beziehung sei zu Anfang sehr harmonisch gewesen – auch zu dem Kind Fabian. Mit dem Vater sei sie sehr schnell zusammengezogen. Später kam es ihren Angaben nach zu Spannungen, auch weil sie nach einer ungeplanten Schwangerschaft abgetrieben habe. Obwohl die Entscheidung gemeinsam getroffen worden sei, habe sie sich später alleingelassen gefühlt und an Depressionen gelitten, schilderte sie ihre Gefühlslage.

Auch zu Spuren in ihrem Auto äußerte sich die Angeklagte: Die Ermittler hatten eine Küchenrolle mit dem Blut des Kindes in der hinteren Tür ihres Autos gefunden und als Beweismittel in den Prozess eingeführt. Ihr etwa gleichaltriger Sohn und Fabian hätten sich gut verstanden, sagte die Angeklagte. Im August 2025 hätten sie zu dritt sogar noch einen gemeinsamen Ausflug an einen Badesee gemacht. Dabei habe sich Fabian leicht am Fuß verletzt. Sie habe die kaum blutende Wunde mit einem Pflaster versorgt und mit einer Küchenrolle abgetupft, ohne das Blatt von der Rolle abzureißen.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Als letzter Verhandlungstag ist bislang der 10. September angesetzt. Dann könnte das Urteil fallen.

Tötete sie, um ihre Beziehung zu retten? Vor Gericht berichtet die Schwester von Gina H. von Lügen, Wutausbrüchen und einer zerrütteten Familie. Mehr dazu lesen Sie hier .

esk/ala/dpa