Fall Peggy Knobloch: Ermittler durchsuchen weitere Gebäude - DER SPIEGEL
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Neue Ermittlungen: Bisher kein Leichenfund im Fall Peggy Knobloch

Foto: David Ebener/ dpa

Fall Peggy Knobloch Ermittler weiten Suche nach Kinderleiche aus

Ermittler suchen in Lichtenberg weiter nach der Leiche von Peggy Knobloch. Am Mittwoch wollen sie einen Hohlraum öffnen, der sich unter einem Brunnen befindet. Zudem rückten sie bei zwei Gebäuden in Thüringen und Mittelfranken mit Leichenspürhunden an.
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Hamburg/München - Am Mittwoch wird in Lichtenberg wieder gegraben, seit Montag sind Ermittler in einem Hinterhof bei der Arbeit. Sie suchen nach der Leiche von Peggy Knobloch, jenem Mädchen, das am 7. Mai 2001 verschwand. Es war damals neun Jahre alt.

Unter einem Brunnen, der im Hof steht, fanden die Beamten einen Hohlraum. Am Mittwoch soll er geöffnet werden. Gebaut hat den Brunnen offenbar der Bewohner des Hauses: Robert E., 63. Er ist ein verurteilter Sexualstraftäter und hat im Jahr 2001 seine Enkeltochter und sein Patenkind missbraucht.

In dieser Woche nun wurde Robert E. von der Polizei befragt, sie hat offenbar neue Hinweise im Fall Peggy Knobloch. Möglicherweise steht Bayern vor einem Justizskandal, denn im April 2004 verurteilte das Landgericht Hof in einem Indizienprozess einen anderen wegen Mordes an Peggy Knobloch: Ulvi K., ein Mann mit geistiger Behinderung.

Durchsuchungen in Thüringen und Mittelfranken

Er hatte in Lichtenberg Kinder sexuell missbraucht, seine Mutter zeigte ihn deshalb an, das Gericht war überzeugt, dass Peggy ebenfalls ein Opfer von Ulvi K. geworden sei. Ulvi K. hatte den Mord an Peggy zunächst gestanden, sein Geständnis später aber widerrufen. Er ist in einer geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses in Bayreuth untergebracht.

Kommt nun die Wende? Nachbarn von Robert E. sagten Lokalzeitungen, der Mann habe kurz nach Peggys Verschwinden den Hof gepflastert und den Brunnen gebaut. Allerdings sei der Brunnen nie gelaufen, sei nie mit Wasser gefüllt gewesen.

Die Ermittler konzentrierten sich nicht nur auf das Haus in Lichtenberg: In Thüringen durchsuchten sie eine Scheune, die Robert E. gehören soll, in Mittelfranken ein Haus, das einer Verwandten des Mannes gehören soll. Es kamen Leichenspürhunde zum Einsatz.

DNA-Spuren an Kinderhemd

In die Scheune waren die Ermittler bereits vor rund sechs Jahren gekommen, damals ermittelten sie gegen Robert E., weil er zwei Mädchen missbraucht hatte, wofür er später, im Juni 2008, zu drei Jahren Haft verurteilt wurde. Bei der Durchsuchung soll den Polizisten ein Kinderhemd in die Hände gefallen sein, das eine DNA-Spur enthielt, die teilweise mit der von Peggy übereinstimmte. Das gefundene Material reichte aber für eine sichere Zuordnung nicht aus.

Im späteren Verfahren gegen Robert E. soll dessen damalige Frau gesagt haben, das Hemd gehöre ihr. In Lichtenberg erzählt man sich heute, die beiden seien getrennt. Daraus leiten einige den Grund ab für die neuen Ermittlungen: Sie könne der Polizei neue Hinweise gegeben haben, die ihren Ex-Mann belasten.

Mitte April hatte der Anwalt von Ulvi K. einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Die neuen Ermittlungen sollen jedoch nicht mit dem Antrag in Verbindung stehen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Vielmehr basierten die aktuellen Grabungen und Durchsuchungen auf Hinweisen, die bereits im Juli 2012 eingegangen seien, sagte ein Ermittler der damaligen Sonderkommission.

Wie lange die Grabungen in Lichtenberg noch andauern sollen, konnte ein Polizeisprecher am Mittwoch nicht sagen.