Harvey Weinstein: Ex-Hollywoodproduzent erneut wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen - DER SPIEGEL
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Ex-Hollywoodproduzent Harvey Weinstein erneut wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen

Eine New Yorker Jury hat ihr Urteil in der Neuverhandlung über Harvey Weinstein gefällt: Sie hält den ehemaligen Hollywoodproduzenten für schuldig – teilweise.
Weinstein im Gerichtssaal in New York
Weinstein im Gerichtssaal in New York

Weinstein im Gerichtssaal in New York

Foto: Angela Weiss / UPI Photo / IMAGO

In der Neuauflage des historischen Prozesses gegen Harvey Weinstein hat die Jury den früheren Hollywoodproduzenten in einem Fall für schuldig befunden.

Das Geschworenengericht in New York sprach Weinstein des sexuellen Übergriffs auf die ehemalige Produktionsassistentin Miriam Haley im Jahr 2006 schuldig.

Das Gericht befand Weinstein für nicht schuldig in einem Anklagepunkt, der sich auf seine mutmaßliche Nötigung der damals 16 Jahre alten angehenden Schauspielerin Kaja Sokola im Jahr 2002 bezog.

Die Jury hat noch kein Urteil über den dritten Anklagepunkt gefällt, der ihn der Vergewaltigung der damals angehenden Schauspielerin Jessica Mann im Jahr 2013 beschuldigt. Die Jury will ihre Beratungen zu diesem Anklagepunkt am Donnerstag fortsetzen.

Weinstein bestreitet die Vorwürfe und nennt alle sexuellen Kontakte einvernehmlich. Derzeit verbüßt er eine 16-jährige Gefängnisstrafe in Kalifornien wegen weiterer Sexualstraftaten.

Harvey Weinstein nahm im Rollstuhl sitzend an dem Prozess teil

Harvey Weinstein nahm im Rollstuhl sitzend an dem Prozess teil

Foto: Curtis Means / UPI Photo / IMAGO

Die Abschlussplädoyers

In ihrem Schlussplädoyer am 3. Juni hatte die Staatsanwaltschaft den zwölf Geschworenen gesagt, dass die Beweise zeigten, wie Weinstein seine Macht und seinen Einfluss nutzte, um Frauen zu missbrauchen.

Die Verteidigung behauptete, dass die Anklägerinnen aus Boshaftigkeit im Zeugenstand gelogen hätten, nachdem ihre einvernehmlichen sexuellen Begegnungen mit dem oscarprämierten Produzenten nicht zu Ruhm in Hollywood geführt hätten. Die Geschworenen kamen am fünften Tag ihrer teilweise hitzigen Beratungen zu ihrem Teilurteil.

Neuverhandlung wegen Verfahrensfehlern

Weinstein war 2020 wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigung der früheren Produktionsassistentin Miriam Haley und einer weiteren Frau zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Das höchste New Yorker Gericht hob dieses Urteil jedoch wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an, die seit Mitte April lief.

Die Anschuldigungen gegen den »Pulp Fiction«- und »Gangs of New York«-Produzenten gelten als Initialzündung der weltweiten #MeToo-Bewegung. Ab 2017 traten mehr als 80 Frauen an die Öffentlichkeit und warfen dem einstigen Hollywoodmogul vor, seine Stellung für sexuelle Übergriffe missbraucht zu haben.

Eine zwischenzeitliche #MeToo-Bilanz lesen Sie hier. 

ptz/AFP/Reuters/AP