»Im Verhör«: Der Jahrhundertcoup (1) Die Tatnacht
Es ist der 25. November 2019. Sechs Männer fahren in einem Audi A6 Avant vor. Die Straße vor dem Grünen Gewölbe in Dresden liegt im Dunkeln. Die Täter haben das sogenannte Pegelhaus an der Elbe in Brand gesteckt. Und damit die Straßenbeleuchtung fast komplett ausgeschaltet. Sie wissen, dass nur ein einziges Fenster im Gewölbe nicht alarmgesichert ist. Die Gitter haben sie schon Tage vorher angesägt und müssen nur noch herausgenommen werden.
Den Rest erledigen die Profi-Einbrecher mit Profi-Werkzeug, einem hydraulischen Spreizer, mit dem Rettungskräfte normalerweise Verunglückte aus Autos schneiden. Dann schlagen sie mit Äxten die Vitrinen im Juwelensaal entzwei und entreißen der barocken Schatzkammer die wichtigsten Schmuckstücke. Der Jahrhundertcoup ist perfekt vorbereitet.
Die Tat trifft den Freistaat Sachsen mitten ins Herz. Der Schatz von August des Starken ist über Nacht verschwunden. Die ganze Welt sucht danach. Der Versicherungswert: 116 Millionen Euro. Doch der tatsächliche Verlust ist unschätzbar, weil nichts davon zu ersetzen wäre. Der »Sächsische Weiße« ist zum Beispiel darunter, ein Diamant mit 58 Karat. Er gehört zur Diamantrosengarnitur »Epaulette«, nach der sich auch die Sonderkommission später benennt. Niemand außerhalb der Ermittlungsbehörden kennt die Akten so gut wie Thomas Heise und Claas Meyer-Heuer. Die beiden SPIEGEL TV-Reporter haben mehr als 70.000 Seiten analysiert, exklusive Fotos und Videos zugespielt bekommen und können so die Tat präzise rekonstruieren.
Der Jahrhundertcoup
Thomas Heise, Claas Meyer-HeuerPreisabfragezeitpunkt
17.10.2026 08.26 Uhr
Keine Gewähr
Dabei tauchen in vier Episoden immer wieder Hinweise auf einen Insider auf. In der ersten Episode »Im Verhör: Der Jahrhundertcoup« geht es auch um das Sicherheitskonzept und die Frage, warum die Wachleute den Überfallknopf in der Nacht nicht gedrückt haben.
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