Remscheid: Angeklagter gesteht im Prozess um Waffenlager - DER SPIEGEL
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Kriegswaffen im Keller Angeklagter gesteht im Prozess um Waffenlager von Remscheid

Im Oktober flog eines der größten illegalen Waffenlager Deutschlands auf, in einem Keller in Remscheid. Drei Männer stehen vor Gericht, einer der Angeklagten hat nun gestanden. Weitere Geständnisse könnten folgen.
Waffenlager in Remscheid (Foto vom 27.10.2025)
Waffenlager in Remscheid (Foto vom 27.10.2025)

Waffenlager in Remscheid (Foto vom 27.10.2025)

Foto: Polizei Wuppertal / dpa

Rund 300 scharfe Schusswaffen und 100.000 Schuss Munition fanden Ermittler vergangenes Jahr im Keller einer Remscheider Werkstatt. Der Prozess um das Waffenarsenal und illegalen Handel mit Kriegswaffen hat nun mit einem Geständnis begonnen.

»Mein Mandant räumt die Vorwürfe ein. Die Anklage ist insoweit zutreffend«, sagte der Verteidiger eines 35-Jährigen beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht. Die Staatsanwaltschaft hat drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft. Der Verteidiger des 38-Jährigen sagte, sein Mandant sei »grundsätzlich aussagebereit«. Unklar ist bislang, ob sich auch der 60-jährige Hauptangeklagte äußern wird.

Geheimtüren, versteckte Räume, verborgene Schließmechanismen, Munition im Hohlraum eines Türrahmens: Der Fund des geheimen Waffenarsenals hinter einer Art privatem Waffenmuseum hatte im Oktober vergangenen Jahres bundesweit für Furore gesorgt. Tagelang stießen 200 Einsatzkräfte in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt auf immer neue Überraschungen. Nach und nach förderten sie ein enormes Waffenarsenal ans Licht. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.

Angeklagte vor Gericht in Wuppertal

Angeklagte vor Gericht in Wuppertal

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Bei den Durchsuchungen in Remscheid hatten Polizisten rund 300 scharfe Schusswaffen – davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, darunter Präzisionsgewehre, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten – sowie fast 100.000 Schuss Munition sichergestellt.

Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte unmittelbar vor Beginn des Prozesses, die Ermittler hätten einen Zeugen in Polen gefunden, der den umfangreichen Handel auch mit Kriegswaffen bestätigt habe. Verdeckte Ermittler waren dem Trio auf die Spur gekommen, als sie über einen Mittelsmann einen illegalen Waffenkauf einfädeln konnten.

Das Wuppertaler Landgericht hat für den Fall bis zum 23. September zehn Verhandlungstage angesetzt.

esk/dpa