Schuldspruch Callboy angekettet - Boy George droht Gefängnis
London - Das Gericht in London sah es am Freitag in seinem Urteil als erwiesen an, dass der 47-jährige Musiker im April vorigen Jahres einen 18 Jahre jüngeren Norweger nach einem Nackt-Fotoshooting mit Handschellen an sein Bett fesselte.
Das Strafmaß für den früheren Frontmann der Band Culture Club wird am 16. Januar verkündet, eine Haftstrafe ist nach Aussagen des Richters wahrscheinlich. Zunächst kam der Brite, der mit bürgerlichem Namen George O'Dowd heißt, jedoch auf Kaution frei.
Die Staatsanwaltschaft hatte Boy George auch vorgeworfen, den Norweger bei seiner Flucht aus der Wohnung mit einer Metallkette geschlagen zu haben. Der Musiker gestand zwar ein, das Aktmodell ankettet zu haben. Die Blutergüsse am Körper des Opfers stammten nach seiner Darstellung aber nicht von Schlägen, sondern seien vermutlich auf eine HIV-Infektion zurückzuführen.
Boy George und der Norweger hatten sich über eine Schwulen-Web-Seite kennengelernt, im Januar kam er zum ersten Mal in die Wohnung des Musikers, wo beide nackt für Fotos posierten und Kokain nahmen. Später beschuldigte George den Norweger per E-Mail, seinen Computer manipuliert zu haben, lud ihn aber erneut zu sich ein.
Den Schuldspruch nahm Boy George niedergeschlagen und kommentarlos entgegen. Er war bereits vor zwei Jahren mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In New York hatte er wegen eines angeblichen Einbruchs in seine Wohnung die Polizei gerufen, die statt Einbruchsspuren eine kleinere Menge Kokain fand.
Nach seinen Erfolgen mit Culture Club in den achtziger Jahren hatte Boy George kurz eine Solokarriere versucht, heute ist er DJ.