Las Vegas: FBI behandelt Explosion von Cybertruck als Suizid - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bericht des FBI Ermittler behandeln Explosion von Cybertruck in Las Vegas als Suizid

Kein Terror, kein Hass auf den künftigen Präsidenten Trump, aber eine persönliche Last: FBI-Ermittler stufen die Explosion des Cybertrucks in Las Vegas als Suizid ein. Der tote Elitesoldat habe an Traumata aus dem Krieg gelitten.
Das Foto, das vom Las Vegas Police Department zur Verfügung gestellt wurde, zeigt eine Pistole, die im ausgebrannten Cybertruck gefunden wurde
Das Foto, das vom Las Vegas Police Department zur Verfügung gestellt wurde, zeigt eine Pistole, die im ausgebrannten Cybertruck gefunden wurde

Das Foto, das vom Las Vegas Police Department zur Verfügung gestellt wurde, zeigt eine Pistole, die im ausgebrannten Cybertruck gefunden wurde

Foto: Las Vegas Police Department / AP / dpa

Ermittler haben den für die Explosion eines Tesla Cybertruck vor dem Trump-Hotel in Las Vegas verantwortlichen US-Soldaten abschließend identifiziert und behandeln seine Tat als Suizid. Obwohl der Vorfall mehr Aufsehen errege als sonst, »scheint es sich letztlich um einen tragischen Suizid eines hochdekorierten Kriegsveteranen zu handeln, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und anderen Problemen zu kämpfen hatte«, sagte FBI-Ermittler Spencer Evans.

Der Moment der Explosion: Vor dem Trump-Hotel in Las Vegas geht der gemietete Cybertruck in Flammen auf. Matthew Alan L. war zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

Der Moment der Explosion: Vor dem Trump-Hotel in Las Vegas geht der gemietete Cybertruck in Flammen auf. Matthew Alan L. war zu diesem Zeitpunkt bereits tot.

Foto: Alcides Antunes / AP / dpa

Das FBI hatte zuvor bereits bestätigt, dass der Soldat Teil der Eliteeinheit der Green Berets war. Die Green Berets sind die dienstälteste Spezialeinheit der US-Armee und unter anderem für Terrorismusbekämpfung im Einsatz.

Matthew Alan L., der auch in Afghanistan im Einsatz war, hatte sich vor der Detonation seines Wagens in den Kopf geschossen und verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Sieben weitere Menschen wurden bei der Explosion verletzt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Mehr zum Thema

Mit Blick auf den Ort der Explosion stellten die Ermittler nun klar, dass L. keinen Hass gegen den designierten US-Präsidenten Donald Trump gehegt habe. Ein naher Verwandter des Mannes sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Mann sei ein begeisterter Soldat und sogar ein Anhänger Trumps gewesen.

Tatort vor dem Trump International in Las Vegas: Der Elitesoldat hegte keinen Groll gegen den designierten US-Präsidenten – er war ein Anhänger Trumps

Tatort vor dem Trump International in Las Vegas: Der Elitesoldat hegte keinen Groll gegen den designierten US-Präsidenten – er war ein Anhänger Trumps

Foto: Ian Maule / AP / dpa

Das FBI sagte zudem, dass es weiterhin keine Hinweise auf eine Verbindung zu dem nur wenige Stunden vorher erschossenen Attentäter von New Orleans oder zu einer Terrororganisation gebe.

Bei der Pressekonferenz veröffentlichten die Ermittler Auszüge aus zwei Briefen des Mannes. In einem heißt es, die USA seien das beste Land. »Aber im Moment sind wir unheilbar krank und steuern auf den Zusammenbruch zu.« Zu seiner Tat schrieb L. demnach: »Das war kein Terrorangriff, das war ein Weckruf. Die Amerikaner schenken nur Spektakeln und Gewalt ihre Aufmerksamkeit. Was hätte es für einen besseren Weg gegeben, meinen Standpunkt klarzumachen, als mit einem Stunt mit Feuerwerk und Sprengstoff?«

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Aussagen einer Ex-Freundin, die als Krankenschwester im US-Militär Soldaten betreut hat, die an posttraumatischen Belastungsstörungen litten. Sie habe die Symptome sofort gesehen, als sie L. 2018 kennengelernt habe, sagte die Frau. Doch er habe von der Armee nicht die Behandlung erhalten, die nötig gewesen wäre.

Sie selbst habe ihm »geraten, eine Therapie zu machen«, sagte die Ex-Freundin. »Aber er hat mir jedes Mal Erklärungen gegeben, warum er das nicht tun konnte. Es gab in seiner Einheit dieses Stigma. Sie waren alle groß und stark, Elitesoldaten eben. Schwächen durfte man nicht zeigen. Und psychische Probleme haben sie als Schwäche gesehen.«

Hinweis für Hilfsangebote

In diesem Text geht es um massive Gewalt und Suizid. Wenn Sie mit Suizidgedanken kämpfen oder selbst Opfer von Gewalt im Netz geworden sind, gibt es viele Stellen, die Ihnen helfen können. Einige finden Sie hier:

oka/dpa/Reuters