Beyoncé löst mit T-Shirt der Buffalo Soldiers Kritik aus - DER SPIEGEL
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Verunglimpfung von Indigenen und Mexikanern Beyoncé löst mit T-Shirt Debatte über Darstellung amerikanischer Geschichte aus

Beyoncé hat während eines Konzerts ein T-Shirt zu Ehren einer Einheit von Schwarzen in der US-Armee getragen. Das Problem: Auf dem Kleidungsstück werden unter anderem Indigene als »Krieg führende Indianer« bezeichnet.
Beyoncé in Paris
Beyoncé in Paris

Beyoncé in Paris

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Edward Berthelot / Getty Images

Fast alles, was Sängerin Beyoncé, 43, öffentlich sagt oder tut, hat das Potenzial, Debatten auszulösen. Das bringt das Leben eines weltweiten Superstars mit sich. Diese Diskurse erscheinen mal mehr, mal weniger sinnvoll.

Ein vor knapp zwei Wochen von Beyoncé getragenes T-Shirt fällt eher in die erste Kategorie. Sie hat mit dem Kleidungsstück eine Debatte über die Darstellung amerikanischer Geschichte ausgelöst und sieht sich Kritik von Fans, Historikern, Influencern und Interessenverbänden ausgesetzt.

Worum geht es?

Während eines Konzerts in Paris im Rahmen ihrer »Cowboy Carter«-Tour am 19. Juni trug Beyoncé ein T-Shirt auf der Bühne, das Bilder einer Einheit von Schwarzen in der US-Armee zeigt, den Buffalo Soldiers. Problematisch ist die Rückseite des Shirts.

Dort stand über die Einheit: »Ihre Gegner waren die Feinde des Friedens, der Ordnung und der Besiedlung: Krieg führende Indianer, Banditen, Viehdiebe, mörderische Revolverhelden, Schmuggler, Eindringlinge und mexikanische Revolutionäre«.

Was sind die Vorwürfe?

Vertreter amerikanischer Ureinwohner, Historiker, Influencer, aber auch Fans werfen Beyoncé vor, das indigene amerikanische Volk und mexikanische Aufständische in einem Atemzug mit Verbrechern zu nennen. Außerdem, so die Vorwürfe, lobe sie schwarze Amerikaner als Helfer eines primär weißen Landraubs und verbreite eine ureinwohnerfeindliche Sprache.

Carl Carter, Ausstellungsleiter des Buffalo Soldiers National Museums in Houston, zufolge ist ein Problem in der Darstellung der Vertreibung von Amerikas indigener Bevölkerung, dass die Expansion nach Westen immer noch romantisiert werde.

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»Erst in jüngster Zeit hat sich diese Sichtweise geändert«, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Das Museum versuche seit einigen Jahren verstärkt, den Blick auch auf die Rolle der Buffalo Soldiers bei der Unterwerfung indigener Völker zu richten und die Vielschichtigkeit ihrer Kämpfe gegen amerikanische Ureinwohner und mexikanische Revolutionäre zu zeigen.

Die Historikerin Alaina E. Roberts von der Universität Pittsburgh sagt, schwarze Amerikaner hätten ihre Geschichten genutzt, um ihre Rolle bei der Gründung und Entwicklung der USA geltend zu machen. Beyoncé habe dies mit ihrem T-Shirt aufgegriffen und vielleicht gedacht, sie könne sich an dieser Debatte beteiligen. Doch mit den Buffalo Soldiers sei sie einen Schritt darüber hinaus gegangen. »Denn sie waren buchstäblich nicht nur an der Besiedlung des Westens beteiligt, sondern in gewisser Weise an einem Völkermord.«

Wer waren die Buffalo Soldiers?

Die Buffalo Soldiers dienten in verschiedenen Militäreinheiten, die nach dem Bürgerkrieg 1866 gegründet wurden und bis 1951 aktiv waren. Die Truppe rekrutierte sich unter anderem aus ehemaligen Sklaven und wurde in mehreren bewaffneten Konflikten eingesetzt, darunter im Spanisch-Amerikanischen Krieg sowie im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Die Buffalo Soldiers waren auch in die gewaltsame Vertreibung eines Großteils der indigenen Bevölkerung Amerikas involviert.

Wie äußert sich Beyoncé?

Offenbar bisher gar nicht. Laut AP hat ein Sprecher der Sängerin nicht auf eine entsprechende Anfrage reagiert.

svs