Zum Tod von Eckhard »Ecki« Seeber Der Kanzlerfahrer
Chauffeur Seeber
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In Thüringen geboren, in Bayern aufgewachsen, kam der ehemalige Fallschirmjäger bei der Bundeswehr als Chauffeur in die Pfalz – und traf dort 1962 den Mann, für den er 46 Jahre arbeiten sollte. Nicht nur das Leben von Eckhard Seeber wurde bald durch diesen Mann bestimmt, sondern das von Millionen, kann man ohne Übertreibung sagen, denn es war Helmut Kohl, für den Seeber als Chauffeur, Butler, auch als Freund zur Verfügung stand.
Unzählige Stunden und um die fünf Millionen Kilometer verbrachten die beiden zusammen. »Persönlicher Betreuer des Bundeskanzlers« stand später auf Seebers Visitenkarte; und wenn Kohl Lust auf ein Schinkenbrötchen hatte, aß Seeber auch eines. Das Vertrauensverhältnis ging so weit, dass die beiden sich duzten, allerdings nur, wenn niemand sonst dabei war. Kohl nannte ihn »Ecki«, der blieb in der Öffentlichkeit beim »Herr Bundeskanzler«.
Die zweite Frau von Kohl unterband ab 2008 den Kontakt zwischen den beiden Männern, die gemeinsam mit Jelzin in der Sauna gesessen, bei einer Ayurveda-Kur auf Sri Lanka den Tsunami überlebt und bei Bill Clinton Eis gegessen hatten. Seeber war am Boden zerstört: »Ich konnte nachts nicht schlafen und habe mich immer wieder gefragt, was ich falsch gemacht haben könnte«, sagte er der »Bunten« Jahre später. Zu dem Interview hatte er sich entschlossen, weil er hoffte, Kohl würde sich noch einmal melden. Vergebens. Noch mit 77 Jahren sagte der ebenso aktive wie leidenschaftliche Autofahrer, 1000 Kilometer seien kein Problem, Rückengymnastik kein Thema. Eckhard Seeber starb einen Tag vor seinem 88. Geburtstag.