Deutscher Starregisseur Warum sich Fatih Akin ein wenig in die Jahre gekommen fühlt
Fatih Akin im Februar bei der Berlinale
Foto: Britta Pedersen / dpaDer Regisseur Fatih Akin fühlt sich mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen. »Jetzt mache ich tatsächlich schon so lange Filme, dass die ersten restauriert werden«, sagte Akin der Nachrichtenagentur dpa. Der mittlerweile 50-Jährige fügte scherzend hinzu: »Man denkt, oh Mann, das Werk ist mit einem gealtert. So wie man die ersten Falten und grauen Haare kriegt – oder das Knie kaputtgeht.«
Frisch und klar dank neuer hoher Bildauflösung glänzt allerdings die kultige Musikdoku »Crossing the Bridge – The Sound Of Istanbul« von 2005. Ab Freitag (5. Juli) ist das Werk des Hamburgers mit türkischen Wurzeln in aktueller 4K-Auflösung in ausgewählten Kinos und beim Arthouse-Streamingdienst Mubi zu erleben.
In der Doku führt der Bassist Alexander Hacke von der Band Einstürzende Neubauten quasi als Reiseführer durch die vielfältige Pop-, Rock-, Hip-Hop- und Folkloreszene der Stadt am Bosporus.
»Amrum« ist Akins aktuellstes Werk
»Es ist ja bereits die zweite technische Neuauflage – zuvor hatte Warner ›Kurz und schmerzlos‹ von 1998 noch einmal in 4K auf DVD herausgebracht«, sagte der Autor, Produzent und Regisseur. Zur Neufassung von »Crossing the Bridge«, das damals internationale Preise erhielt und außer Konkurrenz in Cannes gezeigt wurde, sei es gekommen, weil Akin und sein Unternehmen Corazon sich neun Jahre lang um ihre 2015 abgelaufenen Rechte bemühten. Dabei habe man sich auch bei der Filmförderungsanstalt (Berlin) um Mittel für eine Restaurierung gekümmert.
Akin hat gerade an der Nordsee und in Hamburg den politischen Heimatfilm »Amrum« nach dem gleichnamigen autobiografisch inspirierten Roman seines Mentors Hark Bohm gedreht. Zur Promi-Crew gehören Akins »Aus dem Nichts«-Star Diane Kruger, Lisa Hagmeister, Laura Tonke, Detlev Buck, Matthias Schweighöfer sowie als Newcomer Jasper Billerbeck.
Akin, der seit den Neunzigerjahren in der Filmbranche aktiv ist, zählt zu den erfolgreichsten deutschen Regisseuren. Unter anderem wurde er im Laufe seiner Karriere mit dem Goldenen Bären, dem Deutschen Filmpreis und dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet. »Aus dem Nichts« erhielt 2018 sogar den Golden Globe.