Hollywoodstar über seine Alkoholsucht Gary Oldman trank jahrelang »sehr russisch«
Gary Oldman (im September 2017 in Toronto): »Mit der Zeit ist das schon ein ziemlich einsamer Lebensstil.«
Foto: Chris Pizzello / APDer Hollywoodstar Gary Oldman erklärt seine inzwischen überstandene Alkoholsucht mit Phasen voller Einsamkeit in seiner Filmkarriere. »Auch als Schauspieler ist man ja ständig unterwegs, mal dreht man hier, mal dort – und die Leute, mit denen man arbeitet, sieht man nach ein paar Wochen nie wieder«, sagte der 66-jährige Brite dem »Playboy« laut Mitteilung vom Mittwoch. »Mit der Zeit ist das schon ein ziemlich einsamer Lebensstil.«
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Darin liege einer der Gründe für seine jahrelange Alkoholabhängigkeit. »Getrunken habe ich immer im Privaten, ganz für mich allein – sehr russisch, wurde mir mal gesagt«, so der Oscarpreisträger. Er habe früher viel Zeit an den schönsten Orten der Welt verbracht. Von diesen habe er aber nichts gesehen, »weil ich nur besoffen im Hotelzimmer hing«. Oldman war wegen seiner Sucht zeitweise in einer Entzugsklinik, 1991 wurde er betrunken am Steuer erwischt.
»Irgendwann fand ich es geradezu verantwortungslos«
Aufgehört zu trinken habe er wohl wegen der Erkenntnis, dass er sein Leben vergeude. »Irgendwann fand ich es geradezu verantwortungslos, die Schauspielerei, die mir ein angenehmes Leben bescherte, aufs Spiel zu setzen.« Außerdem sei es ein Segen gewesen, seine heutige Frau kennenzulernen. Diese unterstütze ihn uneingeschränkt, sagte Oldman.
Oldman zählt seit den Neunzigerjahren zu den bekanntesten Schauspielern Hollywoods. 1990 gelang ihm an der Seite von Sean Penn und Ed Harris in »Im Vorhof der Hölle« der Durchbruch. Seither gewann er zahlreiche Preise. 2012 und 2021 wurde er jeweils in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für einen Oscar nominiert (»Dame, König, As Spion«, »Mank«), 2018 gewann er die begehrte Trophäe in seiner Rolle als Winston Churchill im Film »Die dunkelste Stunde« (Lesen Sie hier mehr dazu). Im vergangenen Jahr feierte sein neuester Film (»Parthenope«) Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes. Im April kommt er in die deutschen Kinos.