Golden Globes: Barbara Meier bricht den Dresscode - DER SPIEGEL
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Golden Globes Barbara Meier bricht den Dresscode

Wir kommen ganz in Schwarz, so lautete die Verabredung vieler Stars für die Golden Globes. Es sollte ein Zeichen gegen Sexismus sein. Eine Frau machte nicht mit - und stand damit ziemlich allein da.
Barbara Meier bei den Golden Globe Awards
Barbara Meier bei den Golden Globe Awards

Barbara Meier bei den Golden Globe Awards

Foto: Mario Anzuoni / REUTERS
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Fast nichts Buntes auf dem roten Teppich: Zur Verleihung der Golden Globes in Los Angeles kleideten sich viele Stars ganz in Schwarz. So wollten sie im Zeichen der #Time's up-Initiative gegen Sexismus, Missbrauch und Benachteiligung von Frauen im US-Filmgeschäft protestieren. Wer nicht Schwarz trug, konnte also sicher sein, aufzufallen und Aufmerksamkeit zu erregen - so wie Barbara Meier.

Meier, vor allem bekannt, weil sie vor zehn Jahren zu "Germany's Next Top Model" gekürt wurde, kam in einem farbenfrohen Abendkleid. Das hatte sie schon vorab angekündigt - mit einer Begründung, die zu der eigentlichen Idee der Initiative nicht so recht passen wollte, sondern eher daran vorbei ging.

"Wenn wir wollen, dass heute die Golden Globes der starken Frauen sind, die für ihre Rechte kämpfen, ist es in meinen Augen der falsche Weg, sich nicht mehr körperbetont anzuziehen und uns die Freude am Ausdruck unserer Persönlichkeit durch Mode zu nehmen", schrieb die 31-Jährige bei Instagram.

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Roter Teppich der Golden Globes: Women in Black

Foto: Frederick M. Brown / AFP

"Wir haben uns diese Freiheit lange erkämpft, dass wir tragen können, was wir möchten und es auch in Ordnung ist, sich sexy zu kleiden", schrieb Meier, die als Model und Schauspielerin arbeitet. Wenn Frauen das einschränkten, weil sich einige Männer nicht unter Kontrolle hätten, sei das ein Rückschritt. "Wir Frauen sollten strahlen, farbenfroh sein und funkeln. So wie es in unserer Natur liegt!"

Andere Stars hatten die Aufforderung zum gemeinsamen Schwarz allerdings ganz anders verstanden - keineswegs als Gebot, sich nicht sexy zu kleiden, sondern als solidarische Aktion von Frauen und Männern, um auf Machtmissbrauch und weibliche Unterdrückung aufmerksam zu machen. Männer und Frauen fühlten sich nun "ermutigt, in einer breiten, schwarzen Reihe zusammenzustehen", sagte Schauspielerin Meryl Streep bei der Gala.

Schwarz als Kampfansage

Viele Männer, die ohnehin im schwarzen Smoking gekommen wären, trugen zusätzlich ein schwarzes Hemd. "Ich denke nicht, dass dies ein stiller Protest ist. Das wird die Leute dazu bringen, über das Thema zu sprechen", sagte Schauspieler David Thewlis.

Trotz der ernsten Botschaft verzichteten viele Stars keineswegs auf ausgefallene oder gewagte Kleider. Oscar-Gewinnerin Catherine Zeta-Jones kam in einem langen Kleid mit tiefem Ausschnitt und durchsichtigem Rock. Farbtupfer wie das Kleid von Meier gab es auf dem roten Teppich allerdings nur sehr wenige.

Das Motto "Time's Up", wonach die Zeit, in der Männer ihre Macht missbrauchen könnten, vorbei sei, wurde zum Slogan der Gala. US-Entertainerin Oprah Winfrey hielt eine kämpferische Rede zu Frauen- und Bürgerrechten, für die sie stehende Ovationen erhielt. Zahlreiche Stars brachten als Begleitung zudem Aktivistinnen oder Aktivisten mit, die sich seit vielen Jahren für Frauenrechte starkmachen. Streep etwa kam mit Ai-jen Poo, der Vorsitzenden der Nationalen Vereinigung der Hausangestellten.

Unter den Gästen war auch Tarana Burke, die den Hashtag #MeToo im Internet ins Leben gerufen hatte. Zahlreiche Frauen und Männer hatten danach von Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen berichtet - ausgelöst durch Vorwürfe gegen Filmmogul Harvey Weinstein.

fok/AFP