Legenden im Film: Star spielt Star
Historien-TV Kann sie Kennedy?
New York - Seit ein verliebter ihretwegen ein Talkshow-Sofa erklomm und wie ein Derwisch darauf herum sprang, haftet dem Image von , mittlerweile längst Cruises' Ehefrau, etwas Seltsames an.
Holmes' eigene Schauspiel-Karriere, die bei Beginn ihrer Romanze mit Hollywoods damals erfolgreichstem Star gerade Fahrt aufgenommen hatte, versandete in der Bedeutungslosigkeit. Die Öffentlichkeit nimmt zumeist von der 31-Jährigen Notiz, wenn sie ihre vierjährige Tochter Suri, meistfotografiertes Prominentenkind der Welt, an Paparazzi-Scharen vorbeischleppt.
Als Holmes am New Yorker Broadway spielte - die Kritiken waren verhalten - versammelten sich vor dem Theater regelmäßig Anti-Scientology-Demonstranten, die forderten, man solle Katie Holmes aus den Fängen der Organisation befreien ("Free Katie").
Kürzlich wurde nun bekannt, dass Holmes in einer neuen Serie des "History Channel" über den Kennedy-Clan die Rolle der übernehmen soll. Prompt regten sich in der Presse Zweifel, ob ihr Kaliber als Schauspielerin ausreiche, diese komplexe, charismatische Frau darzustellen.
"Katie Holmes muss jetzt jemanden spielen, der noch mehr Sinn für Stil hat als Suri", spottete der Branchendienst "E!online". Und das Boulevardblatt "New York Post" merkt an, es brauche zur Darstellung der Jackie Kennedy immerhin nicht mehr als "ein paar überdimensionale Sonnenbrillen".
Auch das achtstündige Projekt selbst ist umstritten. Laut einem Bericht der "Washington Post" wurde das Script mehreren Historikern zur Begutachtung vorgelegt - und die sollen geradezu entsetzt reagiert haben. Da einer der beteiligten Produzenten, Joel Surnow, als strammer Konservativer gilt, bestanden Befürchtungen, dass es sich bei der Serie um ein "von rechts beeinflusstes Massaker an Kennedys Charakter" handele, das sich als "Geschichtsstunde ausgibt".