Jimmy Kimmel: Promis kritisieren Stopp von Late-Night-Show - DER SPIEGEL
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US-Late-Night-Sendung Promis kritisieren Stopp von Kimmel-Show

Ben Stiller, Wanda Sykes, Gavin Newsom: Kulturschaffende und Politiker reagieren entsetzt auf die Absetzung von »Jimmy Kimmel live« in den USA. Manche attackieren Präsident Trump scharf.
Ben Stiller auf dem roten Teppich bei den Emmys
Ben Stiller auf dem roten Teppich bei den Emmys

Ben Stiller auf dem roten Teppich bei den Emmys

Foto: David Swanson / REUTERS

Die Absetzung der beliebten US-Late-Night-Show »Jimmy Kimmel Live« hat für heftige Reaktionen gesorgt. Auch mehrere Prominente meldeten sich zu Wort und äußerten heftige Kritik – auch an Präsident Donald Trump.

Der Sender ABC hatte nach Aussagen des Moderators zum Attentat auf den rechten Influencer Charlie Kirk angekündigt, die Sendung auf unbestimmte Zeit aus dem Programm zu nehmen.

»Das ist nicht richtig«, schrieb etwa Schauspieler Ben Stiller, 59, bei X. Die Komikerin Wanda Sykes berichtete auf Instagram von einem für Mittwoch eigentlich geplanten Auftritt bei Moderator Kimmel. Über Trump sagte sie in einem Video: »Er hat in seiner ersten Woche weder den Krieg in der Ukraine beendet, noch das Problem in Gaza gelöst. Aber er hat in seinem ersten Jahr die Meinungsfreiheit abgeschafft.« Dann wandte sich die 61-Jährige an ihre Follower: »Für diejenigen unter euch, die beten, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Ich liebe dich, Jimmy.«

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Kirk war am vergangenen Mittwoch bei einem Auftritt auf einem Universitätscampus im Bundesstaat Utah erschossen worden. Der 31-Jährige galt als einer der einflussreichsten rechten Aktivisten und als Sprachrohr von Präsident Donald Trump für die Jugend. Nach Behördenangaben schoss der 22-jährige Tyler Robinson von einem Dach aus auf Kirk. Er wurde festgenommen, die Staatsanwaltschaft klagte ihn wegen Mordes an. 

Sorge um die Meinungsfreiheit

Kimmel hatte sich kurz nach dem Attentat an Kirks Familie gewandt und ihr sein Beileid ausgedrückt. Am Montag thematisierte er dann den tödlichen Schuss auf Kirk in seiner Show. Er suggerierte, dass der mutmaßliche Attentäter möglicherweise Teil der sogenannten MAGA-Bewegung des US-Präsidenten gewesen sei. (Im Original sagte Kimmel wörtlich: »The MAGA Gang (is) desperately trying to characterize this kid who murdered Charlie Kirk as anything other than one of them and doing everything they can to score political points from it.«)

Die Aussagen riefen scharfe Kritik des von Präsident Trump ernannten Chefs der US-Medienaufsichtsbehörde FCC, Brendan Carr, hervor. Trump äußerte sich erfreut über das vorläufige Aus von »Jimmy Kimmel Live« und forderte, weitere Shows ihm unliebsamer Moderatoren abzusetzen.

Auch Schauspielerin Sophia Bush reagierte mit deutlichen Worten auf die Absetzung der Kimmel-Show: »Der erste Verfassungszusatz existiert in Amerika nicht mehr. Punkt. Der Faschismus ist da, und er ist erschreckend.« Im ersten Zusatzartikel, dem »First Amendment« der US-Verfassung, ist das Recht auf freie Meinungsäußerung festgehalten. Demnach darf die Regierung keine Gesetze erlassen, die die freie Presse einschränken. Schauspielkollegin Kathy Griffin sieht das offenbar ähnlich: Es sei »gerade jetzt sehr wichtig, Jimmy Kimmel zu unterstützen«.

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Aus der Politik kamen ebenfalls Reaktionen, so schrieb der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom auf X: »Medienplattformen kaufen und kontrollieren. Kommentatoren entlassen. Sendungen absetzen. Das sind keine Zufälle. Das ist koordiniert. Und das ist gefährlich.« Die Republikaner glaubten nicht an Meinungsfreiheit, so der Demokrat. Sie zensierten »in Echtzeit«.

bbr/dpa