Nach antisemitischen Äußerungen Ye schlägt Treffen mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde vor
Ye, ehemals Kanye West, bei den Grammys 2025
Foto: Javier Rojas / ZUMA Press / IMAGODer Wirbel um den geplanten Auftritt von US-Rapper Ye, ehemals bekannt als Kanye West, bei einem Festival in London reißt nicht ab. Nun hat sich der 48-Jährige selbst zu Wort gemeldet und vorgeschlagen, sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde in Großbritannien zu treffen.
»Ich weiß, dass Worte nicht ausreichen«, sagte Ye, der in der Vergangenheit immer wieder mit antisemitischen und rassistischen Äußerungen aufgefallen war, in einer Stellungnahme. Er müsse durch Taten zeigen, dass er sich verändert habe.
Keir Starmer zeigt sich besorgt
Er habe die Diskussion über das Wireless Festival, das im Sommer (10. bis 12. Juli) im Finsbury Park ausgerichtet wird, verfolgt, sagte der Musiker. »Mein einziges Ziel ist es, nach London zu kommen und ein Zeichen des Wandels zu setzen – indem ich durch meine Musik Einheit, Frieden und Liebe vermittle.« Er wäre »dankbar für die Möglichkeit«, sich persönlich mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft im Vereinigten Königreich zu treffen, »um zuzuhören«.
Nachdem die Auftritte an den Festivalabenden angekündigt worden waren, wurden in Großbritannien Forderungen nach einem Einreiseverbot laut – unter anderem von der Aktivistengruppe Campaign Against Antisemitism. Premierminister Keir Starmer hatte die Planung als »zutiefst besorgniserregend« bezeichnet. Sponsoren hatten sich von dem Festival zurückgezogen.
Der Rapper, der mittlerweile unter dem Namen Ye firmiert, hatte im vergangenen Jahr ein Lied mit dem Titel »Heil Hitler« veröffentlicht. Anfang 2026 hatte er im »Wall Street Journal« um Entschuldigung gebeten. »Ich bin weder ein Nazi noch ein Antisemit«, schrieb er und führte seine früheren Äußerungen auf eine bipolare Störung zurück.
Einer der Organisatoren des Wireless Festivals verteidigte die Entscheidung, den US-Rapper zu buchen. Melvin Benn, Geschäftsführer von Festival Republic, schrieb in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur PA: Was der Rapper in der Vergangenheit über Juden und Adolf Hitler gesagt habe, »ist für mich genauso abscheulich wie für die jüdische Gemeinschaft, den Premierminister und andere, die sich dazu geäußert haben – und, wenn man ihn beim Wort nimmt, inzwischen auch für Ye selbst«.
Die Musik des Rappers werde in Großbritannien im Radio gespielt und sei über Livestreams und Downloads verfügbar, sagte Benn. Ye habe das gesetzliche Recht, »in dieses Land einzureisen und hier aufzutreten«. »Es ist vorgesehen, dass er kommt und auftritt«, sagte er. »Wir geben ihm keine Plattform, um irgendwelche Meinungen zu verbreiten, sondern ausschließlich, um die Songs zu performen.«