Vivienne Westwood auf Londoner Fashion Week: Protestaktion auf dem Laufsteg
Vivienne Westwood Neue Mode, neuer Protest
Sie liebt es, zu provozieren: Vivienne Westwood ist nicht nur Modedesignerin, sondern auch Aktivistin, und nicht selten verlagert sie ihre politischen Botschaften auf den Laufsteg. Bei einer Show für ihre Zweitlinie Red Label während der Londoner Fashion Week hat die Britin nun erneut mit einer ungewöhnlichen Aktion überrascht.
Während Modejournalisten und Stars am Sonntag ihre Sitze im Untergeschoss der Universität Westminster einnahmen, ging das Licht aus, eine Alarmsirene heulte auf - und Protagonisten mit bunten Kronen auf dem Kopf und Plakaten in den Händen eroberten den Laufsteg, um für den Klimaschutz sowie gegen Fracking und die Sparpolitik zu demonstrieren. Auch Sätze wie "TTIP ist ein Verbrechen" waren auf den Schildern zu lesen.
Die Gäste erhielten eine schriftliche Mitteilung, in der die 74-Jährige erklärte, wie wichtig es sei, sich in die Politik einzumischen und das gefährliche Treiben der Politiker zu stoppen: "Sie verursachen Klimawandel und Krieg (...), sie sorgen für Massensterben, und deshalb müssen wir etwas tun." Zuvor hatte sie bereits eine Protestkundgebung vor der Universität angeführt.
Die Kritik schien auch an den britischen Premierminister David Cameron zu gehen. Erst in der vergangenen Woche war sie in einem Panzerfahrzeug vor dessen Haus in Witney vorgefahren, um gegen die britische Fracking-Politik zu protestieren, die sie als Angriff auf die eigene Bevölkerung betrachtet.
Die Umweltaktivistin hatte schon vor einem Jahr auf der Londoner Fashion Week für Diskussionen gesorgt: Sie schickt ihre Models mit dem blau-weißen "Yes"-Button der schottischen Unabhängigkeitsbewegung auf den Laufsteg. Nur wenige Tage später sollten die Schotten in einem Referendum entscheiden, ob sie Teil Großbritanniens werden wollen. Nach der Show soll Westwood gesagt haben: "Ich hasse England."
Jüngst bekannte sie sich außerdem zu ihrer Freundschaft mit Wikileaks-Gründer Julian Assange. Der Australier hält sich in der ecuadorianischen Botschaft in London auf, wo ihm Asyl gewährt wird. "Ich besuche ihn einmal im Monat", sagte Westwood zum "Guardian" . Assange sei für sie ein Held. "Ich finde ihn brilliant."