Michelle Obama: Angst-Apfel für Jay Leno - DER SPIEGEL
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Michelle Obama: "Einfach jeden Tag das Beste geben"

Foto: AFP/ NBC

Michelle Obama Angst-Apfel für Jay Leno

In der Öffentlichkeit singen, Witze reißen oder heiße Kartoffeln servieren? Voll peinlich, finden die US-Präsidententöchter Malia und Sasha. Mutter Michelle nimmt es gelassen und überrascht Star-Moderator Jay Leno mit einem - echt peinlichen - Geschenk.
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Los Angeles - Michelle Obama ist telegen, klug und loyal. Kein Wunder also, dass sie aktiv die Werbetrommel für ihren Mann Barack rührt und munter Wahlkampfgelder akquiriert. Zwischendurch lässt sie sich im TV sehen, so auch in der Nacht zum Mittwoch bei einem alten Bekannten, der Talk-Legende Jay Leno.

Im engen, waldmeistereisgrünen Rock mit sandfarbenem Pulli plauderte sie über die anstehende Präsidentenwahl, "den hässlichen Kampf, mit all den schrecklichen Dingen, die die Kontrahenten übereinander sagen", wie Leno es nannte. Wie sie sich auf das anstehende Gemetzel vorbereite, wollte der Moderator wissen. "Man kann sich darauf eigentlich nicht vorbereiten", sagte Obama. "Man nimmt einfach jeden Tag, wie er kommt. Ich glaube Baracks und mein Motto ist, einfach jeden einzelnen Tag das Beste zu geben. Und wir hoffen, dass das für sich spricht."

Vor zehn Tagen hatte der Präsident gewohnt instinktsicher auf einer Wahlkampfveranstaltung im Apollo-Theater in Harlem den Siebziger-Jahre-Klassiker "Let's Stay Together" von Al Green angestimmt. Der Musiker selbst war im Publikum und offenbar so begeistert wie die 1400 Fans vor Ort.

"Haben Sie je damit gerechnet, dass er eine Sing-Sensation werden könnte?" fragte Jay Leno jetzt in seiner Talkshow die First Lady. "Nein, gar nicht", so die Antwort. Die Performance ihres Mannes sei ganz spontan gewesen, versicherte Michelle Obama. "Ich habe auch erst über YouTube davon erfahren."

Allerdings habe Barack eine schöne Stimme, "und er singt mir auch die ganze Zeit etwas vor". Vor allem Klassiker hätten es ihm angetan, Songs von Al Green, Marvin Gaye oder Stevie Wonder.

Wie die beiden Töchter denn auf das Gesinge reagierten? "Die Mädchen mögen das nicht, alles was wir tun, ist total peinlich. Sie wollen, dass wir uns zurückhalten", so Obama lachend. Zu den stimmlichen Qualitäten des Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney befragt, der jüngst seine Version von "America The Beautiful" zum Besten gab, sagte Obama nur: "Das ist … sehr schön." Und dann, nach kurzem Zögern: "Es ist Amerikas Lied, ein Lied, das von jedem Amerikaner gesungen werden sollte."

Derzeit ist die First Lady in Kalifornien unterwegs, wo sie für ihre eigene Kampagne "Let's Move" gegen Fettleibigkeit bei Kindern wirbt. Als Missionarin für gesunde Ernährung konnte Obama es dann auch nicht lassen, dem erklärten Fast-Food-Fan Leno etwas Leckeres aufzutischen: Gemüsepizza, gebackene Kartoffeln und einen Apfel, netterweise versüßt mit Honig aus dem Weißen Haus, das über eigene Bienenstöcke verfügt.

Laut Leno handelte es sich bei der Gabe um seinen ersten Apfel seit 1984. Gemüse soll der Moderator der Legende zufolge das letzte Mal 1969 gegessen haben.

ala