Angst vor US-Wahlergebnissen »Traumschiff«-Schauspieler Nick Wilder denkt erneut übers Auswandern nach
Schauspieler Nick Wilder (bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg 2024)
Foto:Markus Scholz / dpa
In Werbespots verkörperte er einst den Versicherungsvertreter »Herr Kaiser«, an Bord des ZDF-»Traumschiffs« spielte er jahrelang den Bordarzt, bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg gab er 2024 einen Bösewicht – mit Cowboyhut. Privat verbringt der deutsche Schauspieler Nick Wilder seit Jahrzehnten viel Zeit in den USA, er besitzt ein Anwesen im US-Bundesstaat Montana.
Aber wie lange noch? Muss Wilder seine Wahlheimat wegen des politischen Klimas in den USA aufgeben? Darüber denkt Wilder offenbar zumindest ernsthaft nach. Bewege sich das Land »politisch noch weiter nach rechts«, dann wollten er und seine Frau Christine Mayn dort nicht mehr dauerhaft leben, sagte der 73-Jährige in einem Interview mit »t-online« .
Beide machten sich Sorgen um die Wahl zum Repräsentantenhaus Anfang November und bezweifelten, dass die demokratischen Institutionen und die Freiheiten stabil blieben.
Wilder bietet sein Haus in Montana zum Kauf an
Der Schauspieler, der seine Jugend auf der Ostseeinsel Fehmarn verbracht hat, bietet deshalb bereits sein Anwesen in Montana zum Kauf an. Das Haus mit einer Wohnfläche von rund 700 Quadratmetern liege auf einem rund acht Hektar großen Grundstück mit Blick auf die Rocky Mountains und soll rund dreieinhalb Millionen Euro kosten. Wilder und seine Frau verbringen dort bereits seit 1998 einen Teil des Jahres.
»Es war unser gemeinsames Lebensprojekt, das wir über viele Jahre mit Liebe und Arbeit aufgebaut haben. Deshalb ist die Entscheidung, es zu verkaufen, alles andere als leicht«, sagte Wilder. Sie sei das Ergebnis veränderter persönlicher Lebensumstände und wachsender Zweifel an der gesellschaftlichen Entwicklung. »Auch in unserem unmittelbaren Freundeskreis beobachten wir, wie politische Gegensätze die Menschen in den USA zunehmend in zwei Lager teilen«, sagte Wilder.
Fast 45 Jahre seien die USA für Wilder ein Sehnsuchtsort und seine zweite Heimat gewesen. Noch einmal würde er sich jedoch nicht mehr für dieses Land entscheiden. »Die Voraussetzungen, heute in Amerika als Europäer Fuß zu fassen, sind deutlich schwieriger. Deshalb würde ich diesen Schritt heute nicht mehr machen.«
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