Magdeburg am Tag danach. Am Freitag um kurz nach 19 Uhr war hier auf dem Weihnachtsmarkt am Rathaus ein Auto mehrere Hundert Meter durch die Menschenmenge gerast.
Augenzeuge:
»Ich hatte einen Glühwein getrunken. Ja, und da hab ich das dann bloß im Hintergrund die Schreie gehört. Ja, und ich bin auch bloß weg, weg, weg!«
Augenzeugin:
»Ich habe erst gedacht, es wurde geschossen. Ja, und dann lagen auf einmal die Leute da. Ich denk: Warum liegen die Leute da? Also der Mann muss an der Fußgängerampel durchgefahren sein. Die Polizeiwagen kamen angefahren, die Feuerwehr, von allen Richtungen kamen dann auch Krankenwagen und es war ein Geschrei, eigentlich.«
Augenzeugin:
»Kinder haben geschrien: Mama, Mama! Die Polizisten haben dann gesagt: Gehen Sie zu den Kindern, helfen Sie den Kindern. Beruhigen Sie die Kinder.«
Corinna Pagel, Notfallseelsorge Magdeburg:
»Ich habe viel Elend gesehen, viele Menschen, die gesucht haben. Viele Tränen, Fassungslosigkeit und extreme Schockzustände.
Blumen und Kerzen für die Opfer. Viele Magdeburger können noch nicht begreifen, was passiert ist.
Anwohnerin:
»Man findet gar keine Worte, keine passenden Worte.«
Anwohner:
»Also im Moment fühle ich mich total leer und entsetzt und schockiert. Und man muss jetzt versuchen, das zu verarbeiten.«
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere Politiker legten am Samstag Blumen an der benachbarten Johanniskirche nieder.
Olaf Scholz, Bundeskanzler:
»Mir ist wichtig, dass wenn so ein schlimmes, furchtbares Ereignis stattfindet, ein so furchtbarer Anschlag, der so viele Menschen verletzt und tötet – fast auf den Jahrestag des Anschlags auf dem. Breitscheidplatz in Berlin –, dass wir als Land zusammenbleiben und dass wir diejenigen nicht durchkommen lassen, die Hass säen wollen. Aber dass wir auch die Täter nicht und verfolgt lassen. Und dass wir mit aller Härte des Gesetzes vorgehen, gerade um unsere Gemeinsamkeit und unsere gemeinsame Zukunft wegen.«
Das Sicherheitsgefühl vieler Menschen aber dürfte vorerst schwer erschüttert sein.
Anwohnerin:
»Ich verstehe das nicht. Da wird so viel für die Sicherheit gemacht. Aber es passiert doch irgendwie. Ich weiß nicht… Ich glaube, wir sind doch nicht sicher.«
Anwohner:
»Aus meiner Sicht ist das nicht so einfach zu sagen, dass die Politik versagt hat. Das Problem ist, dass insgesamt das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung immer geringer wird. Und es muss sich gefragt werden: Wer ist da verantwortlich dafür? Also, es ist schwierig.«