Osnabrück: Weltkriegsbombe gerät bei Kartoffelernte auf Förderband - DER SPIEGEL
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Niedersachsen Weltkriegsbombe landet auf Kartoffelförderband. Und in der Kartoffelwaschanlage. Dann kommt der Sprengmeister

Das wäre eine dicke Knolle gewesen: Ein 40-Zentimeter-Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg ist bei der Kartoffelernte nahe Osnabrück unbemerkt zwischen die Erdäpfel geraten. Erst mit Verspätung wurde Alarm ausgelöst.
Foto des gefährlichen Fundes in Ankum (Niedersachsen)
Foto des gefährlichen Fundes in Ankum (Niedersachsen)

Foto des gefährlichen Fundes in Ankum (Niedersachsen)

Foto: NWM-TV / dpa

Einen solchen Fund macht man auf dem nordwestdeutschen Kartoffelacker glücklicherweise nicht alle Tage. Bei der Kartoffelernte in Niedersachsen ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg unentdeckt auf ein Förderband geraten.

Sie sei zwischen vielen Kartoffeln von einem Feld zu einem landwirtschaftlichen Betrieb im Landkreis Osnabrück gebracht worden, bestätigte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Wie Nord-West-Media TV berichtete, war die Munition von der Erntemaschine mit aufgenommen worden. Nach Angaben des Sprengmeisters passierte sie dann sogar die Sortier- und Waschanlage. Erst danach bemerkten Beschäftigte des Betriebs in Ankum den unüblichen Gegenstand auf dem Förderband und wählten den Notruf.

Der Kampfmittelräumdienst sprengte die 40 Zentimeter große Splitterbombe. Nach Angaben der Polizei wurden dafür wenige Häuser geräumt, die Menschen mussten vorübergehend ihr Zuhause verlassen.

In diesem Fall lief der Fund glimpflich ab. Wie schief derartige Situationen gehen können, zeigte sich am zuletzt in Goch am Niederrhein. Dort war eine alte Patrone in der Hand eines 16-Jährigen explodiert und hatte ihn verletzt (mehr zu dem Fall hier).

Der Jugendliche habe in Goch mit einem Metalldetektor ein Feld abgesucht, sagte ein Polizeisprecher. Dabei habe er am Dienstag die Patrone gefunden und sie in die Hand genommen. »Dort ist sie explodiert«, so der Sprecher.

Der 16-Jährige habe noch Glück gehabt, weil die Explosion offensichtlich nicht allzu stark war. Er kam den Angaben zufolge mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Ob die Patrone noch aus dem Zweiten Weltkrieg stammt oder jüngeren Datums ist, ist noch unklar.

Der Fall zeige, dass man gefundene Munition niemals anfassen solle, mahnte der Sprecher. »Wenn man solche Sachen findet, sollte man die Behörden informieren, sie aber auf keinen Fall selbst aufheben. Man kann nie sicher sein, ob alte Munition nicht doch noch gefährlich ist.«

Großeinsatz nach Bombenfund in Berlin

Noch weitaus größer als in Niedersachsen fiel ein Einsatz in Berlin aus. Eine 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe im Stadtteil Neukölln war am späten Mittwochabend erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Polizei mit. Tausende Menschen, die ihre Wohnungen vorher verlassen mussten, konnten kurz vor Mitternacht wieder zurückkehren.

Polizisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Berlin

Polizisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes in Berlin

Foto: Annette Riedl / dpa

Es waren 5600 Haushalte betroffen. Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war im Neuköllner Schifffahrtskanal gefunden worden. Der Zünder wurde getrennt und unschädlich gemacht.

»Es besteht keine Gefahr mehr«, teilte die Polizei mit. »Alle Absperrungen sind aufgehoben.« Um den Fundort war ein 500 Meter großer Sperrkreis eingerichtet worden. Die Evakuierung zog sich länger hin als erwartet und war erst am späten Abend abgeschlossen. Sie dauerte verhältnismäßig lang, weil es mehrere Pflegeeinrichtungen im Sperrkreis gab.

jok/dpa