Etwa 150 Schafe befinden sich hier seit Dienstag auf Mission: gegen die süditalienische Vegetation. Die Tiere dienen als ökologische Rasenmäher und sollen die antike Stadt Pompeji bestmöglichst erhalten.
Gabriel Zuchtriegel, Direktor Archäologischer Park Pompeji:
»Die Vegetation ist wunderschön, aber sie kann auch ein Problem für die Ruinen sein. Wenn Gras und andere Pflanzen in oder auf den alten Mauern und Häusern wachsen, ist das ein Problem. Also versuchen wir, das Ganze nachhaltig anzugehen.«
Die Schafe wurden in einem noch unerforschten Abschnitt ausgesetzt – einem riesigen Gebiet nördlich der archäologischen Stätte. Etwa zwei Drittel der Gesamtfläche Pompejis sind noch immer unentdeckt, nachdem die Stadt beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 nach Christus bis zu 25 Meter dick unter Schlamm und Asche begraben wurde. Schätzungsweise 16.000 der damals 20.000 Bewohner kamen damals ums Leben.
Die grasenden Schafe trügen zwar nicht wesentlich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei, räumt der Parkdirektor ein. Sie brächten dafür andere Vorteile mit sich.
Gabriel Zuchtriegel, Direktor Archäologischer Park Pompeji:
»Zum einen sparen wir Geld, indem wir Schafe statt Maschinen und Menschen einsetzen, die extra herkommen und alle möglichen Werkzeuge benutzen. Zum anderen ist es etwas, was wirklich eine Vorstellung davon gibt, wie Pompeji in der Zeit war, als es wiederentdeckt wurde. Hier waren Wälder, Weinberge, Schafe, eine ländlicher Umgebung – und mittendrin lag Pompeji.«
Vor rund 250 Jahren hatten die Ausgrabungen in Pompeji begonnen. Schafe seien schon damals eine große Hilfe gewesen, sagt Zuchtriegel. Seiner Meinung nach sollten häufiger scheinbar vergessenen Techniken wiederbelebt werden, um traditionelle Landschaften zu bewahren – auf nachhaltige Weise.