Rüdiger Nehberg: Oooh Tannenbaum - DER SPIEGEL
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Rüdiger Nehberg Oooh Tannenbaum

Mit einer spektakulären Reise protestiert der Hamburger Abenteuerer Rüdiger Nehberg wieder einmal gegen die Ausrottung der brasilianischen Yanomani-Indianer: Diesmal will er mit einem Einbaum, geschnitzt aus einer tonnenschweren Schweizer Tanne, über den Atlantik schippern - obwohl er "elendig unter Seekrankheit" leidet.
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Hamburg - In Hamburg ließ Nehberg das eigenartige Gefährt vor zahlreichen Schaulustigen zu Wasser. "Irgendwie hab ich gedacht, ich muss noch mal einen riesigen Knaller loslassen", sagte der 64-Jährige, während ein riesiger Kran den 17 Meter langen Einbaum in die Alster absenkte. Begleitet wird er auf seiner Reise von dem 28 Jahre alten Lars Spanger, der im Harz eine Überlebensschule betreibt.

Nehberg und Spranger schnitzten den Einbaum in Wedel bei Hamburg aus einer acht Tonnen schweren Schweizer Tanne. Die beiden wollen im Dezember von Dakar in Afrika aus aufbrechen und dann 4.000 Kilometer mit der Strömung nach Brasilien segeln. Dort will Nehberg nach der Ankunft den Einbaum mit einem Tieflader in die Hauptstadt Brasilia bringen, um sich bei der Regierung für die Indianer einzusetzen.

Vorher soll der Einbaum auf der Ostsee auf Seetüchtigkeit geprüft werden. Nehberg hat dem Boot zwei Ausleger angebaut, damit es nicht umkippt. Außerdem wurden Hohlräume in das Holz getrieben und mit Bauschaum gefüllt, um dem Stamm mehr Auftrieb zu geben. Trotzdem fühlt sich Neeberg nicht allzu sicher: "Ich habe höllische Angst vor Wasser und leide elendig unter Seekrankheit. Das Horrortraining der Kampfschwimmer- Staffel will aus Menschen Fische machen. Bisher habe ich es nicht mal bis zur Kaulquappe geschafft."

Nehberg war 25 Jahre als Bäcker selbständig, ehe er 1990 seinen Betrieb verkaufte und hauptberuflich auf Abenteuertouren ging. Zu seinen spektakulärsten Reisen gehört ein Fußmarsch durch Deutschland, bei dem er sich unter anderem von Regenwürmern ernährte. Den Atlantik überquerte er einmal mit einem Tretboot, dann noch einmal auf einem Bambusfloß. 1996 rannte er mit einem Aborigine und einem Iron-Man-Sportler 600 Kilometer durch die Wüste in Australien. Seit Jahren setzt sich Nehberg für die brasilianischen Indianer ein und unterhält bei ihnen eine Krankenstation und eine Schule.

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