Schweden: Mann zwang Ehefrau offenbar zum Sex mit mindestens 120 Männern - DER SPIEGEL
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Mutmaßliche Vergewaltigung und schwere Zuhälterei Mann in Schweden soll Ehefrau zum Sex mit mindestens 120 Männern gezwungen haben

Ein ehemaliges Mitglied der Hells Angels muss sich in Schweden vor Gericht verantworten. Der Mann soll seine Frau über drei Jahre brutal misshandelt und zur Prostitution gezwungen haben.
Bezirksgericht Ångermanland in Härnösand
Bezirksgericht Ångermanland in Härnösand

Bezirksgericht Ångermanland in Härnösand

Foto: Fredrik Sandberg / EPA

Es sind Sätze, die selbst in der zurückgenommenen schwedischen Berichterstattung entsetzlich klingen. Ein Mann ist angeklagt, seine Ehefrau zu sexuellen Handlungen mit mindestens 120 Männern gezwungen zu haben. Er soll sie mehrfach bedroht und misshandelt haben. Die Anklage sei wegen des Verdachts auf schwere Zuhälterei, mehrfache Vergewaltigung und Missbrauch erhoben worden, berichtete die Nachrichtenagentur TT.

Eigene Ehefrau offenbar unter Drogen gesetzt und ausgebeutet

Der Mann war demnach im Oktober 2025 festgenommen worden, nachdem die Frau ihn selbst angezeigt hatte. Er soll seine Frau gegen ihren Willen über mehr als drei Jahre lang zu Sex mit zahlreichen Männern gezwungen und von den Einnahmen gelebt haben. Dafür soll er Anzeigen im Internet geschaltet und Buchungen verwaltet haben.

Die Frau sei auch unter Drogen gesetzt und schließlich davon abhängig geworden. Die Ermittler sprachen von »rücksichtsloser Ausbeutung der Frau«, so  die Tageszeitung Aftonbladet.

Die mutmaßlichen Taten sollen sich sowohl physisch als auch online abgespielt haben. Offenbar wurden die Übergriffe auch gefilmt und vom Mann der Frau »überwacht«, wie der öffentlich-rechtliche schwedische Rundfunk SVT berichtet.

Angeklagter bezeichnete sich offenbar als »das Monster«

Laut der Anklageschrift soll der Mann gedroht haben, seine Frau zu töten, Benzin über sie zu schütten, sie zu verbrennen und ihr die Finger abzuschneiden. Er soll sich auch selbst »das Monster« genannt haben, wie es in schwedischen Medien weiter heißt. Das Paar befinde sich inzwischen in Scheidung.

Der Verdächtige soll früher ein ranghohes Mitglied im Rockerclub »Hells Angels« gewesen sein. Wie es heißt, habe er seine Frau zu den Freiern gefahren und Treffen überwacht. Er bestreitet die Vorwürfe. Das Strafmaß für schwere Zuhälterei beträgt laut SVT bei einer Verurteilung zwei bis zehn Jahre Haft.

Auch den Freiern, die aus ganz Schweden kommen sollen, droht eine Strafe. In Schweden ist der Kauf sexueller Dienstleistungen illegal, der Verkauf von Sex bleibt straffrei. Das Verfahren gegen den Mann soll Mitte April beginnen.

jpe/dpa