Youtube-Video: Tenor singt während Hirn-OP Schubert - DER SPIEGEL
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Sänger mit Hirntumor Schubert-Solo auf dem OP-Tisch

Ein Tenor musste sich in den Niederlanden einen Hirntumor entfernen lassen. Die OP war erfolgreich - auch weil der Patient nicht aufhörte zu singen.
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Das Video, das Ambroz Bajec-Lapajne jüngst via YouTube verbreitete, ist nichts für zarte Nerven. Der Slowene ist Tenor an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam. Vor gut einem Jahr litt er unter einem Hirntumor. Am 13. Juni 2014 entfernten Chirurgen in Utrecht das Geschwür - bei laufender Kamera.

Der Patient war bei vollem Bewusstsein. Hirnoperationen erfolgen öfter ohne Vollnarkose. Der Arzt kann dadurch leichter beobachten, ob wichtige Hirnteile während des Eingriffs weiter funktionieren. Die eigentliche Hirnsubstanz hat kein Schmerzempfinden.

Ungewöhnlich war, dass die Ärzte Bajec-Lapajne baten, während der OP zu singen. Der gut zwölfminütige Mitschnitt zeigt, wie er stets aufs Neue das Lied "Gute Nacht" anstimmt, während er auf dem Tisch liegt. Das Stück aus Franz Schuberts "Winterreise" wechselt in verschiedenen Strophen zwischen Dur und Moll - und genau darauf kam es an.

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Die Fähigkeit, Tonarten zu unterscheiden, ist für einen Tenor sehr wichtig, Bajec-Lapajne sollte sie auf keinen Fall verlieren. Die Ärzte wollten vermeiden, die entsprechenden Hirnteile zu verletzen, während sie den Krebs herausschnitten.

Ein schockierender Moment geschieht ab Minute 2:40. Bajec-Lapajne singt plötzlich undeutlich und bricht ab, es klingt wie ein Kabelsalat bei einer Kassette. Das aber, schreibt die "Washington Post" , sei kein Indiz dafür, dass etwas falsch lief. Es sei ein Test gewesen, um die Regionen zu identifizieren, die beim späteren Entfernen des Tumors auf keinen Fall berührt werden dürften.

Und tatsächlich: Kurz nach dem Aussetzer singt Bajec-Lapajne wieder genauso klar wie zu Beginn. Heute gehe es ihm gut, schreibt er auf YouTube. "Ich setze meine musikalische Karriere fort."

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sms/wbr