Griechenland: "Seine politische List war ein Erfolg" - Pressestimmen - DER SPIEGEL
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Griechische Presse über Tsipras "Seine politische List war ein Erfolg"

Die griechischen Zeitungen sind sich nach der Wahl einig: Alexis Tsipras ist die dominante politische Figur im Land. Gefährden könne ihn nur die desaströse wirtschaftliche Lage. Die Presseschau.
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"Ta Nea", Griechenlands meistverkaufte Tageszeitung, politische Ausrichtung: mitte-links

Das Blatt schreibt bereits von einer "Tsipras-Ära". Im Leitartikel heißt es: "Alexis Tsipras hat bereits den dritten Wahlgang in neun Monaten gewonnen. Ein Teil der Bürger folgt ihm, wenn nicht mit geschlossenen Augen, so doch zumindest mit halbgeschlossenen - halbgeschlossen wie die griechischen Banken - sowohl bei den Parlamentswahlen als auch beim Nein im Referendum. Es mag unglaublich wirken, aber Syriza hat es geschafft, seinen Einfluss nahezu komplett zu erhalten. Das ist eine Chance für einen Neuanfang - aber mit größerer Vorsicht."


"To Vima", wichtigste Wochenzeitschrift, politische Ausrichtung: Zentrum

In seiner Onlineausgabe schreibt das Magazin: "Syriza und Alexis Tsipras haben unter absolut widrigen Umständen einen stolzen Sieg errungen. Er hat den klaren Auftrag bekommen, Griechenland auf Europa-Kurs zu halten. Die Wähler trauen ihm eindeutig mehr als seinen Gegenspielern. Seine politische List war ein Erfolg und das Risiko, dass er eingegangen ist, hat sich gelohnt. Seine einzigen Gegner sind nun die Verpflichtungen, die er persönlich gegenüber Europa eingegangen ist und die riesigen wirtschaftlichen Probleme des Landes."


"Kathimerini", auflagenstarke Tageszeitung, politische Ausrichtung: konservativ

Die Überschrift auf der ersten Seite lautet: Eine zweite Chance für Tsipras - Kammenos". Die Zeitung kommentiert, dass die neue Regierung 95 Tage Zeit hat, um 56 Prozent des Rettungspakets zu implementieren. Das Blatt weist darauf hin, dass die unpopulären Maßnahmen Reformen der Sozialversicherung, Steuern für die Landwirtschaft und die Rekapitalisierung der Banken umfassen. Autor Alexis Papachelas meint: "Solange kein charmanter 'Anti-Tsipras' auf der Bühne erscheint, wird Herr Tsipras weiterhin politische Debatten gewinnen. Das ist die wichtigste politische Schlussfolgerung, die man aus der jüngsten Wahl ziehen kann. Ein großer Teil der Bevölkerung hat sich darauf festgelegt, dem alten politischen System keine Rückkehr zu ermöglichen. Ab heute wird Herr Tsipras erneut im Führerstand des Zuges Platz nehmen. Aber er wird feststellen, dass die Gleise nur in eine Richtung führen und dass er nur wenig Bewegungspielraum hat. Wenn er es nicht schafft, schnell und effektiv zu handeln, wird Griechenland erneut vom Gespenst des Grexit verfolgt werden."


"Dimokratia", Tageszeitung, politische Ausrichtung: konservativ

Die Schlagzeile lautet heute: "Die Zeitbombe ist erneut in den Händen von Tsipras". Dazu stellt die Tageszeitung die rhetorische Frage: "Was hätte Syriza noch tun können, um diese Wahl zu verlieren?"


"Avgi", Tageszeitung, politische Ausrichtung: Syriza-Sprachrohr

Die Zeitung schreibt von einem großen Sieg, den Syriza und ihre Führung erzielt haben. Die Schlagzeile dazu lautet: "Kraftvolle Vier-Jahres-Regierung"

ETHNOS

ETHNOS


"Ethnos", Tageszeitung, politische Ausrichtung: Zentrum

"Klarer Sieg für Tsipras" lautet die Schlagzeile heute. Im Kommentar heißt es, Syrizas Parteichef sei nun die dominante Kraft in der griechischen Politik.


Protagon.gr, einflussreiche Webseite

"Warum Syriza gewonnen hat", lautet die Überschrift einer Analyse, die der politische Korrespondent Giannis Pandelakis verfasst hat. Er gibt folgende Antworten: 1) Die Wähler hätten keine bessere Alternative gesehen. 2) Syriza habe seinen Einfluss über frühere Pasok-Wähler verfestigt und stehe unangefochten an erster Stelle im politischen Mitte-links-Spektrum. 3) Wechselwähler seien nicht bereit, sich für die Nea Dimokratia zu entscheiden. 4) Einige Wähler glaubten tatsächlich noch daran, Tsipras sei in der Lage, Teile des Sparpakets nachzuverhandeln. 5) Eine große Zahl der Wähler sei bereit, nahezu alles zu glauben und sei fasziniert von Demagogen und großen Worten.


Iefimerida, Online-Zeitung

Hier ist vor allem die geringe Wahlbeteiligung Thema. "Der Prozentsatz von Nichtwählern ist schockierend. Fast die Hälfte der Griechen ist zu Hause geblieben. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass das politische System seine Legitimation verliert. Es ist bezeichnend, dass Syriza im Januar 2.246.064 Stimmen erzielt und gestern 670.000 weniger.