Iran Atomgespräche ohne Ergebnis
Ashton und Dschalili in Genf: praktische Fragen in Istanbul beraten
Foto: Anja Niedringhaus/ dpaGenf - Iran, die Uno-Vetomächte und Deutschland bleiben beim umstrittenen im Gespräch. Das erklärte die EU-Außenbeauftragte am Dienstagmittag zum Abschluss zweier Beratungsrunden in Genf. Die nächsten Gespräche sollen Ende Januar in Istanbul stattfinden. Diplomaten werteten die Vereinbarung weiterer Treffen als Erfolg.
Ashton vertritt die sogenannte 5+1-Gruppe, die aus den fünf Vetomächten im Uno-Sicherheitsrat - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie Deutschland besteht. Sie beriet mit Teherans Atomunterhändler Said Dschalili und verwies darauf, dass in Istanbul "praktische Fragen" diskutiert werden sollen. "Wir erkennen die iranischen Rechte an, bestehen aber auf der Erfüllung seiner internationalen Verpflichtungen", sagte Ashton.
Irans Präsident knüpfte einen Erfolg der Verhandlungen an die Aufhebung von Sanktionen gegen sein Land. "Wenn Sie die Gespräche mit diesen Schritten beginnen, werden sie mit Sicherheit Früchte tragen", sagte er in einer am Dienstag im iranischen TV übertragenen Rede.
Dem Vernehmen nach ging es bei den Verhandlungen in Genf vor allem um die Bedingungen für die Fortsetzung des Dialogs. Aus Kreisen der Verhandlungsdelegationen verlautete, bereits die erste Gesprächsrunde am Montag habe deutlich gemacht, dass Teheran den Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht nachgeben werde. Iran hat stets versichert, mit seinem Atomprogramm lediglich zivile Zwecke zu verfolgen. Vor allem der Westen verdächtigt das islamische Land, unter dem Vorwand der zivilen Nutzung der Atomenergie zu entwickeln.
Die ersten Beratungen seit über einem Jahr Pause waren am Montagabend nach zehn Stunden unterbrochen und teilweise als konstruktiv bezeichnet worden. Ashton sprach von substantiellen Gesprächen. Diplomaten hatten schon vor dem Treffen vor zu großen Erwartungen gewarnt und von "Gesprächen über Gespräche" gesprochen.