USA Verdächtiger Anthrax-Attentäter begeht Selbstmord
Washington - Der renommierte US-Biowissenschaftler stand im Verdacht, 2001 fünf Menschen durch die Versendung von Briefen mit Milzbrandbakterien getötet zu haben. Laut US-Medien hat der 62-Jährige Bruce Ivins kurz vor einer drohenden Prozesseröffnung vermutlich Selbstmord begangen. Ivins, der fast zwei Jahrzehnte als Experte für die Abwehr von Biowaffen für die Regierung arbeitete, sei an einer Überdosis Schmerzmitteln gestorben, berichtete die "Los Angeles Times" am Freitag. Die Justizbehörden hätten ihn kurz zuvor über die Anklageerhebung unterrichtet.
Ivins habe die Polizei im Herbst 2001 auch bei den Ermittlungen wegen der Anthrax-Anschläge unterstützt, bei denen fünf Menschen ums Leben kamen und knapp 20 verletzt wurden, berichtete die Zeitung weiter. Der Wissenschaftler, den die Bundespolizei FBI bereits seit längerem in Verdacht hatte, habe seinerzeit bei der Identifizierung der Anthrax- Erreger geholfen.
Ivins, der seit 18 Jahren in einem Forschungslabor in Fort Detrick im US-Bundesstaat Maryland arbeitete, war dem Bericht zufolge in jüngster Zeit der Zugang zu einigen sensiblen Bereichen an seinem Arbeitsplatz verwehrt worden. Freunde und Mitarbeiter des Wissenschaftlers sagten der Zeitung, Ivins sei depressiv gewesen.
Bei der Anschlagsserie kurz nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 waren Briefe mit Pulver der Milzbrand-Erreger an US- Medien und Politiker verschickt worden. Erst kürzlich hatte die US- Justiz einem anderen ehemaligen Bio-Wissenschaftler wegen nie bewiesener Beschuldigungen im Zusammenhang mit den Anthrax-Anschlägen 2,8 Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) bezahlt: Der Wissenschaftler Steven Hatfill war seinerzeit namentlich als Hauptverdächtiger genannt worden, wurde aber später weder angeklagt noch verurteilt. Er selbst bestritt jede Beteiligung an dem Verbrechen und hatte die Behörden wegen Verletzung seiner Privatsphäre verklagt.
amz/dpa/AP