Washington Bush auf Ministersuche
Washington - Bush bleiben nur noch fünfeinhalb Wochen, um den Machtwechsel in Washington vorzubereiten. In Washington liefen die Vorbereitungen für den Regierungswechsel am 20. Januar auf Hochtouren. Durch den Rechtsstreit hat sich die Vorbereitungszeit halbiert. Tausende neue Mitarbeiter werden in die Ministerien, ins Weiße Haus und die Verwaltung einziehen.
Die Besetzung der wichtigsten Posten soll bis zum Wochenende geklärt sein. Sicher scheint, dass General Colin Powell als neuer Außenminister der USA ausgewählt wurde. Bush werde dies am Samstag bestätigen, kündigten seine Berater an. Powell leitete unter der Regierung von Bushs Vater als Stabschef den Einsatz im Golfkrieg. Als Sicherheitsberaterin ist Condolezza Rice im Gespräch. Auch sie arbeitete schon für den damaligen Präsidenten.
Am heutigen Freitag stellt sich mit Senator John Breaux aus Louisiana der erste demokratische Kandidat für Bushs Kabinett vor. Er wird als möglicher Energieminister gehandelt. Als Zeichen der Versöhnung nach dem wochenlangen Streit um die Stimmenauszählung werden vermutlich mehrere Demokraten Minister im Kabinett des Republikaners Bush werden.
Mehr als 50 Prozent der Amerikaner sind laut einer Umfrage von Reuters und dem Fernsehsender NBC der Meinung, das Land bleibe gespalten und Bush werde es schwer haben, Autorität zu gewinnen und sein Programm durchzusetzen. 46 Prozent trauten Bush dagegen zu, seine Vorhaben auch durchzusetzen. Die Befragung von 521 Wählern zeigte, dass besonders Schwarze und Mitglieder der spanisch sprechenden Minderheit verbittert über den Ausgang der Wahl sind.