Friedrich Merz, Bundeskanzler: »Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohl des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegenüber jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.«
Schließlich also doch: Friedrich Merz wurde am Dienstag Bundeskanzler. Nach dem ersten Wahlgang am Morgen war dies allerdings noch nicht sicher:
Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin: »Der Abgeordnete Friedrich Merz hat die erforderliche Mehrheit von mindestens 316 Stimmen nicht erreicht. Er ist gemäß Artikel 63 Absatz zwei des Grundgesetzes zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland nicht gewählt.«
Mit dieser Überraschung hatte im Bundestag wohl kaum jemand gerechnet. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde der designierte Kanzler nicht im ersten Wahlgang vom Parlament bestätigt. Medienvertreter versuchten zu erfahren, wie es zu diesem Ergebnis gekommen war.
Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin: »Das heißt, dass ich jetzt die Sitzung unterbreche. Die Fraktionen möchten sich beraten. Und wir werden mit einem Signal wieder bekannt geben, wann die Sitzung weitergeht und wir Sie weiter informieren wegen anderer Wahlgänge.«
Die nächsten Stunden herrschte Ratlosigkeit, die AfD triumphierte. Wer hatte Merz das Vertrauen entzogen? Wie ging es weiter? Dann durften die Abgeordneten doch noch am selben Tag ein zweites Mal wählen.
Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin: »Mit Ja haben gestimmt: 325 Abgeordnete. Mit Nein haben gestimmt: 289. Und Enthaltung: eine. Der Abgeordnete Friedrich Merz hat die erforderliche Mehrheit von mindestens 316 Stimmen erreicht. Er ist gemäß Artikel 63 Absatz zwei des Grundgesetzes zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden. Bevor die Gratulationen losgehen, bitte ich um Zurückhaltung. Nehmen Sie die Wahl an?«
Friedrich Merz, Bundeskanzler: »Frau Präsidentin, ich bedanke mich für das Vertrauen, und ich nehme die Wahl an.«
Offiziell bestätigt wurde das Wahlergebnis dann auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue.
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident: »Wir dürfen zum Überreichen und Verlesen der Urkunde kommen. Herr Bundeskanzler, im Namen der Bundesrepublik Deutschland nenne ich aufgrund des Artikels 63 Absatz zwei Satz zwei des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland Herrn Friedrich Merz zum Bundeskanzler, Berlin, den 6. Mai 2025. Der Bundespräsident. Die Unterschrift. Herzlichen Glückwunsch. Dann müssen wir das noch mal aufklappen.«