Schmiergeldverdacht Der AfD-Politiker und der Spion aus China
Mit schrillen TikTok-Videos und rechtsextremen Parolen ist Maximilian Krah bekannt geworden. In der AfD nennen sie ihn gern »Schampus Max« wegen seines exzentrischen Auftretens.
Krah stieg in der Partei schnell auf. 2019 wurde er Abgeordneter im EU-Parlament.
Was lange Zeit weniger auffällt: Maximilian Krahs Einsatz für China. Er drängt seine Partei seit Jahren zu einem Peking-freundlichen Kurs und spielt Menschenrechtsverletzungen herunter. Außerdem reist der AfD-Abgeordnete nach Peking und stellt einen chinesisch-stämmigen Mitarbeiter in seinem Parlamentsbüro an.
Ende 2023 berichtet der SPIEGEL über Krahs auffälliges Engagement für China. Trotzdem wird er wenige Monate später Spitzenkandidat für das EU-Parlament. Mitten im Wahlkampf wird sein Mitarbeiter festgenommen. Er soll ein chinesischer Agent sein.
Maximilian Krahs Karriere in der AfD geht dennoch weiter. Die Partei stellt ihn als Direktkandidaten für den Bundestag auf und er wird gewählt.
Vor wenigen Tagen ist nun bekannt geworden: Krah soll Schmiergeld aus China angenommen haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen ihn. Sein ehemaliger Mitarbeiter spielt bei den Vorwürfen eine zentrale Rolle.
Maximilian Krah sagt, die Anschuldigungen seien »absurd und politisch motiviert«, er habe »selbstverständlich keinerlei Straftat begangen.« Auf Fragen des SPIEGEL teilt er mit, dass es »keine verdeckten Zahlungen« an ihn gegeben habe.
Diese Folge »Firewall« rekonstruiert den Fall Krah und zeigt, wie chinesische Spione in Europa vorgehen. Wenn sich der Verdacht gegen den AfD-Mann bestätigt, wäre das ein Beleg, wie anfällig die Partei für Einflussnahme ist. Und wie erfolgreich Chinas Spionageapparat in Deutschland arbeitet.
Hören Sie hier die Folge:
Über den Podcast »Firewall«
Wenn Systeme versagen, wollen alle wissen: Wie war das möglich? Darum geht’s bei »Firewall«.
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Der Podcast erzählt zum Beispiel, wie russische Geheimdienste einen deutschen Agenten zum Maulwurf machten. Wie Wirecard-Betrüger Jan Marsalek entkommen konnte. Oder mit welchen Tricks Scam-Farmen Tinder-Nutzer ausbeuten.
Gemeinsam mit SPIEGEL-Reporterinnen und Reportern sucht Host Sandra Sperber nach Schwachstellen in Systemen und deckt auf, wer diese Lücken ausnutzt.
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Mitarbeit: Jerrit Schmidtke