Was hat das mit mir zu tun? Australiens Social-Media-Experiment
Kind am Handy
Foto:Hollie Adams / REUTERS
In Australien ist diese Woche ein Gesetz in Kraft getreten, das auch hierzulande manche ins Schwärmen bringt. Für alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren heißt es: Social Media ade – keine Accounts mehr auf TikTok, Instagram oder YouTube. Der Schritt soll die Gesundheit und das seelische Wohlbefinden der Jugendlichen schützen, erklärt Premierminister Anthony Albanese.
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Familienministerin Karin Prien (CDU) und Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) befürworten ein derartiges Verbot auch für Deutschland. In weiteren europäischen Ländern läuft die Debatte dazu heiß. Nun blicken alle gespannt nach Down Under.
Mehr Jugendschutz in der digitalen Welt ist als Ziel konsensfähig. Gegen das Gesetz gab es dennoch massive Bedenken: Wie genau etwa sollen die Techfirmen der betroffenen zehn Plattformen das Alter ihrer Nutzerschaft kontrollieren? In der Praxis kommen nun wohl häufig Alterseinschätzungen mittels Video und KI-Funktionen zum Einsatz. Die sind nicht nur generell ungenau, sondern lassen sich leicht austricksen. Zum Start setzt man auf möglichst bequeme, aber auch löchrige Lösungen – bei denen erwachsene Nutzer weitgehend unbehelligt bleiben. Ebenfalls geplante Ausweis- und Kreditkartenchecks sorgen für Datenschutzbedenken.
Viele fragen sich: Wäre es nicht Aufgabe der Politik, die Plattformen deutlich strenger zu regulieren, anstatt die Jugend zu gängeln und digitale Teilhabe zu verhindern? Erfolgreiche Konzepte hierfür sind international allerdings bislang nicht bekannt.