Modellauto-Affäre Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Haderthauer ein
CSU-Politikerin Haderthauer: "Belastendes Verfahren"
Foto: Peter Kneffel/ dpaDie sogenannte Modellauto-Affäre hatte Christine Haderthauer das Amt gekostet - zumindest juristisch aber kommt die frühere Chefin der bayerischen Staatskanzlei glimpflich davon. Die Staatsanwaltschaft München II hat ihre Betrugsermittlungen gegen die CSU-Politikerin nach mehr als einem Jahr eingestellt. Der Verdacht sei ausgeräumt, bestätigte Behördensprecher Ken Heidenreich.
Haderthauers Anwalt Walter Rubach teilte schriftlich mit, auch der gegen seine Mandantin erhobene Verdacht der Steuerhinterziehung sei ausgeräumt. Wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Abgabenordnung, bei dem ein Schaden von 2300 Euro entstanden sein soll, werde seine Mandantin "einen angemessenen Strafbefehl akzeptieren, damit das für sie und ihre Familie belastende Verfahren ein Ende nimmt".
Christine und ihr Ehemann Hubert Haderthauer waren bis 2008 nacheinander Miteigentümer des Unternehmens Sapor Modelltechnik, das teure Modellautos verkaufte, die von Straftätern in der Psychiatrie gebaut wurden. Wichtigster Konstrukteur war ein verurteilter Dreifachmörder.
Auslöser für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war 2014 eine Anzeige des früheren Haderthauer-Geschäftspartners Roger Ponton, der den Haderthauers vorwarf, ihn beim Verkauf seines Anteils um mehrere Zehntausend Euro geprellt zu haben. Geprüft wurde daraufhin, ob Einnahmen aus dem Modellauto-Verkauf nicht korrekt angegeben und versteuert wurden. Christine Haderthauer, die wegen der Affäre Anfang September 2014 von ihrem Amt als bayerische Staatskanzleichefin zurücktreten musste, hat sämtliche Vorwürfe stets als falsch zurückgewiesen.
Die Staatsanwaltschaft beantragte den Angaben des Anwalts zufolge nun bei Landtagspräsidentin Barbara Stamm die Aufhebung von Haderthauers Immunität - eine Formsache. Sprecher Heidenreich äußerte sich dazu nicht. Gegen Hubert Haderthauer soll dagegen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa demnächst Anklage erhoben werden. Heidenreich sagte dazu lediglich, dass die Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen seien.