Deutschland ist ein »sicherer Hafen« für Geldwäscher - Studie - DER SPIEGEL
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Finanzkriminalität Deutschland zieht Geldwäscher an

• aus DER SPIEGEL 13/2026

Die Bundesrepublik ist ein »sicherer Hafen« für Geldwäscher. Zu diesem Schluss kommt eine noch unveröffentlichte Studie der Universität Trier zu illegalen Finanzströmen. Die Forscher werteten einen Datensatz mit 2,29 Millionen verdächtigen Transaktionen und einem geschätzten Volumen von 2,55 Milliarden Euro aus. Die Zahlen aus den Jahren 2020 bis 2024 stammen von der Financial Intelligence Unit, einer Spezialeinheit des deutschen Zolls zur Bekämpfung von Geldwäsche, also dem Verschleiern kriminell erworbenen Vermögens. Etwa zwei Drittel der verdächtigen Transaktionen seien innerdeutsch, so die Trierer Experten. Bei den grenzüberschreitenden Strömen fällt laut der Studie auf, dass mehr Geld nach Deutschland hinein- als herausfließt. Die Daten deuteten darauf, dass »Deutschland – weil es ein stabiler und reputationsstarker Finanzstandort ist – auch für illegale Finanzströme ein attraktives Zielland darstellt«. Die Autoren werteten Daten für 67 Herkunfts- und 105 Zielländer aus. Das meiste Geld kam demnach aus Asien nach Deutschland. Bis zur Vollinvasion in der Ukraine im Jahr 2022 war Russland bedeutend. Ein Teil der Aktivitäten habe sich seitdem in andere postsowjetische Staaten verlagert, wobei das Baltikum eine »auffällige Rolle« spiele. »Besonders in der Organisierten Kriminalität werden Erträge regelmäßig ins Ausland verschoben, um sie dem Zugriff nationaler Strafverfolgungsbehörden zu entziehen«, sagt Matthias Neuenkirch, Professor für empirische Wirtschaftsforschung und Hauptautor der Studie.

sve
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