Beim Aufstellen vor die Mikrofone musste man sich noch kurz einigen, ansonsten herrschte in dieser Pressekonferenz demonstrative Geschlossenheit. SPD, Grüne und FDP wollen gemeinsame Verhandlungen zur Bildung einer Ampelkoalition aufnehmen.
Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat
»Hier ist ein Aufbruch möglich, getragen von den drei Parteien, die hier zusammenkommen.«
Annalena Baerbock, Grünen-Co-Chefin
»Um das nächste Jahrzehnt wirklich als Jahrzehnt der Erneuerung zu nutzen.«
Christian Lindner, FDP-Chef
»Der große Gewinner einer solchen Koalition wird am Ende nicht eine einzelne Partei sein, sondern unser Land.«
Martin Knobbe, DER SPIEGEL
»Diese Begeisterung übereinander, die ist, glaube ich, schon authentisch. Also ich glaube schon, dass man von einem Aufbruch sprechen kann. Und ich glaube, das positive Signal, das von Anfang an da war, hat sich bis heute durchgeschlagen, so dass diese drei Parteien jetzt mit viel Optimismus in die Koalitionsgespräche eintreten werden.«
Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat
»Es wird das größte industrielle Modernisierungsprojekt, das Deutschland wahrscheinlich seit über 100 Jahren durchgeführt hat und es wird unserer Wirtschaft und unseren wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten sehr nutzen.«
Zeitgleich mit der Pressekonferenz veröffentlichten die Parteien ein gemeinsames 12-seitiges Sondierungspapier. Auffällig ist, dass jede Partei eigene, für sie wichtige Schwerpunkte durchsetzen konnte.
Martin Knobbe, DER SPIEGEL
»Olaf Scholz hat einen Mindestlohn bekommen von 12 Euro. Die FDP hat es geschafft, keine Steuererhöhungen stattfinden zu lassen. Vor allem auch nicht die für die Reichen, was ja für die Grünen und SPD so wichtig war. Und die Grünen haben es geschafft, den vorzeitigen Kohleausstieg und ein Klimaschutzprogramm zu etablieren.«
Doch natürlich gibt es auch noch viele Themen mit Konfliktpotenzial.
Robert Habeck, Grünen-Co-Chef
»Wenn drei Parteien miteinander reden und die auch aus unterschiedlichen politischen Wertevorstellungen stammen, ist völlig klar, dass es Zumutungen gibt und dass die Zumutungen getragen und beschlossen werden müssen, um danach gemeinsames größeres möglich zu machen.«
Martin Knobbe, DER SPIEGEL
»Das eine FDP eben dem Ende des Verbrennungsmotors zustimmt, dass sie einem sehr ambitionierten Klimaschutzprogramm zustimmen, das ist schon erstaunlich. Und auf der anderen Seite haben SPD und Grüne komplett darauf verzichtet, eine Umverteilung vorzunehmen. Das sind Sachen, die jetzt spannend sind, weil sie natürlich in die Parteien hineingetragen werden müssen. Die Parteien treffen sich ja jetzt zum Teil schon am Wochenende und diskutieren diese Themen. Und ob die Basis und ob die Delegierten da überall mitmachen, das wird noch eine spannende Frage.«
Bei den Grünen entscheidet am Sonntag ein kleiner Parteitag über die Aufnahme der Gespräche. Die FDP will die Parteigremien am Montag befragen. Bei der SPD reicht nun ein Okay des Parteivorstands.