Fall Tarek Al-Wazir: Interpretationssache - DER SPIEGEL
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Fall Tarek Al-Wazir Interpretationssache

Der Vorfall im hessischen Landtag las sich plötzlich ganz anders: Ein Praktikant aus einem CDU-Büro hatte den Wikipedia-Artikel des Grünen-Abgeordneten Tarek Al-Wazir manipuliert.
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Im August 2000 hielt der Grünen-Politiker Tarek Al-Wazir im hessischen Landtag ein Rede, als der Abgeordnete Clemens Reif (CDU) dazwischenrief. Die anderen Abgeordneten verstanden die Worte "Geh zurück nach Sana'a" - der Vater von Al-Wazir stammt aus dem Jemen.

Die ursprüngliche Version zu diesem Vorfall in Al-Wazirs Wikipedia-Artikel liest sich neutral: "Am 31. August 2000 kam es zu einem Eklat im Landtag, als der Abgeordnete Clemens Reif während einer Rede Al-Wazirs (dessen Vater aus dem Jemen stammt) einen Zwischenruf machte, der von vielen Anwesenden als 'Geh zurück nach Sana'a' verstanden wurde. Reif sagte, er habe 'Ein Student aus Sana'a' gerufen."

Im Februar 2007 erschien plötzlich ein neuer Wortlaut in der Online-Enzyklopädie: "Am 31. August 2000 kam es zu einem Eklat im Landtag, als der Abgeordnete Clemens Reif während einer Rede Al-Wazirs (dessen Vater aus dem Jemen stammt) einen Zwischenruf machte, der von einigen Abgeordneten als 'Geh zurück nach Sana'a' verstanden wurde. Reif hatte aber 'Ein Student aus Sana'a gerufen."

Ganz offenbar wollte hier jemand Clemens Reif entlasten. Laut "Frankfurter Rundschau" machte die IP-Adresse schnell klar, dass die Änderung von einem Computer des CDU-Landesverbandes in Wiesbaden aus eingearbeitet wurde. Nach Angaben des CDU-Landesverbands war der Bearbeiter ein Praktikant.

Inzwischen ist auf Wikipedia wieder die neutralere Version nachzulesen - auf der Seite über Clemens Reif.

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