Umfrage:
»Ein Mann, der sich mit Gelassenheit vielen Herausforderungen stellt, dener er möglicherweise nicht gewachsen ist.«
»Er macht das gut. Er macht es gut. Ich hoffe, er wird nicht so gebremst von den anderen.«
Rachelle Pouplier, DER SPIEGEL:
»100 Tage Friedrich Merz. Für die einen symbolisiert er wirtschaftliche Stabilität, für die anderen eher konservativen Rückschritt. Wir wollen wissen, wie der Bundeskanzler abschneidet. Hier in der Hamburger Innenstadt wird der Christopher Street Day gefeiert, aber ob auch der Kanzler gefeiert wird? Wir erinnern uns: März hat sich abfällig über die Regenbogenflagge geäußert und wollte diese nicht auf dem Reichstag hissen. Denn dieser sei ja immerhin kein Zirkuszelt. Wie übel nimmt ihm die queere Community das? Oder findet sie den Kanzler doch ganz charmant?«
Umfrage:
»Wir haben gar keinen Bock auf diesen alten, weißen Hetero-Cis-Mann. Fuck you, Friedrich Merz. Wir sind laut, wir sind bunt. What the fuck?«
»Das Ganze als Zirkuszelt zu verunglimpfen. Ich glaube, er hat es wahrscheinlich gar nicht so gemeint. Trotzdem von einem Politiker möchte ich erwarten, dass er weiß, was er sagt.«
»Ihr habt jetzt hier sehr aussagekräftige Schilder. Wie steht ihr denn zum Bundeskanzler und seinen letzten 100 Tagen?«
»Also ich finde es halt der Wahnsinn überhaupt schon, dass er gewählt wurde und dass Leute erwartet haben, dass teilweise was anderes kommt.«
»Außenpolitisch macht er sich ganz gut, aber die Wirtschaft geht zu Grunde und er tut nichts. Er hat auf jeden Fall Richtung Wirtschaft jetzt eine klare Linie gezeigt wenigstens. Das ist schon mal was Besseres als in der vorherigen Regierung.«
»Ich würde ihn nicht in die Tonne hauen, allerdings bin ich wirklich gegen eine Aushöhlung des Gesundheitssystems. Was sich so anhört, was er gerade preisgibt, finde ich grenzwertig. Die Mieten steigen, wir sollen privat vorsorgen. Was macht denn der Staat dann noch für uns?«
Rachelle Pouplier, DER SPIEGEL:
»Gibt es irgendwas, was ihr gut findet, was er in den letzten 100 Tagen gemacht hat?«
»Muss ich kurz überlegen...«
»Ich finde nichts richtig 100 Prozent gut, aber ich gebe ihm noch eine Chance.«
Rachelle Pouplier, DER SPIEGEL:
»Und nun sind wir hier im gediegenen Blankenese. Auch sehr schön. Knapp 40 Prozent haben hier die CDU gewählt. Aber sind sie ihm hier nach 100 Tagen auch noch treu geblieben? Wir fragen nach.«
Umfrage:
»Ich persönlich habe ihn auch gewählt und er ist ja sehr aktiv damit beschäftigt, die Migranten aus dem Land zu bringen, also die straffälligen Migranten, möchte ich mal sagen. Er ist der erste Bundeskanzler seit vielen Jahren, der das versucht umzusetzen mit seinem Kabinett, was er versprochen hat.«
»Ich finde, er hat bisher einen sehr guten Start hingelegt und hat sich vor allem um das Image und das Standing der Bundesrepublik im Ausland gekümmert, insbesondere auch durch seine Beziehungen zu den USA.«
»Ich bin kein CDU-Wähler, aber er ist sicherlich jemand, der reden kann und der sich auch verkaufen kann international auf der Bühne. Das muss man ihm lassen.«
»Ich bin mehr oder weniger auch überrascht über einige Dinge, die er vielleicht ganz gut gemacht hat, aber andere Dinge, da bin ich ja immer sehr skeptisch. Ich kann das nicht haben, wenn jemand so wie er über Frauen redet.«
»Außerdem fand ich ihn hässlich, da bin ich ganz ehrlich. Dann habe ich eigentlich festgestellt, dass er gar nicht so schlecht ist, wie ich gedacht hatte.«
Rachelle Pouplier, DER SPIEGEL:
»Gibt es einen konkreten Verbesserungswunsch an den Kanzler?«
»Bisschen mehr Menschlichkeit.«
»Ja. Ein Wunsch, aber der Kanzler wird das nicht richten, dieser Kanzlerin nicht: Eine Steuerreform, die auch die Großverdiener stärker belastet.«
»Ich glaube, er braucht noch ein bisschen Zeit. Wir fragen den Hund. Was sagst du zu Kanzler Merz? Einen kleinen Moment. Ich würde sagen, der Hund sagt... Der Fisch ist gelutscht.«
Rachelle Pouplier, DER SPIEGEL:
»Bei unserer unrepräsentativen Umfrage gab es sowohl Kritik als auch verhaltenen Optimismus. Also ungefähr eine Schulnote 3 für den Bundeskanzler.«