Friedrich Merz scheitert im Bundestag: Der Schock-Moment - DER SPIEGEL
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Merz-Wahl gescheitert Der Schockmoment im Bundestag

Friedrich Merz ist im ersten Wahlgang durchgefallen: Als Julia Klöckner das Ergebnis vorliest, herrscht ungläubige Stille im Bundestag. Die Reaktion des CDU-Chefs und die Blitzanalyse von SPIEGEL-Reporter Konstantin von Hammerstein im Video.

Julia Klöckner, Bundestagspräsidentin
»Mitgliederzahl 630, abgegebene Stimmen 621, ungültiger Stimmzettel einer. Mit Ja haben gestimmt 310 der Abgeordneten, mit Nein haben gestimmt 307, Enthaltungen drei. Der Abgeordnete Friedrich Merz hat die erforderliche Mehrheit von mindestens 316 Stimmen nicht erreicht. Er ist gemäß Artikel 63 Absatz 2 des Grundgesetzes zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland nicht gewählt.«

Konstantin von Hammerstein, DER SPIEGEL
»Die Stimmung ist hier natürlich extrem angespannt. Das ist eine Überraschung, wie Friedrich Merz sie nicht erleben wollte. Es hatte sich einige Minuten vor der Bekanntgabe des Stimmergebnisses schon abgezeichnet. Da konnte man hier im Plenarsaal beobachten, wie hinter der Präsidiumsbühne die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner mit den Managern der Fraktionen zusammenstand. Sehr, sehr ernste Gesichter. Es wurde sehr ernst diskutiert. Irgendwas schien passiert zu sein, irgendwas, was die Regisseure dieses Tages heute nicht vorhergesehen hatten. Dann kam Friedrich Merz ins Plenum. Ich nehme an, dass er auch schon wusste, dass er durchgefallen war. Er versuchte gute Miene zum bösen Spiel zu machen, lächelte erst, aber das Lächeln verging ihm dann sehr schnell, als das Ergebnis bekanntgegeben wurde. Er hat unmittelbar danach das Plenum mit seinem Tross verlassen. Jetzt beraten die Fraktionen. Keiner weiß genau, wie es weitergehen wird, ob es heute nochmal zu einer zweiten Abstimmung kommen wird, bei der er ja auch die Kanzlermehrheit brauchen würde, die 316. Die Frage ist, ob sich die Fraktionen das heute zutrauen werden. Das wird man jetzt in den nächsten Stunden oder Minuten wird man das sicher erfahren. Was bleibt ist, dass über der Kanzlerschaft von Friedrich Merz, sollte sie denn jetzt noch gelingen und vieles spricht ja dafür, ein Schatten hängen wird. Denn das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben, dass ein Kanzler durchgefallen ist beim ersten Wahlgang. Er beginnt seine Kanzlerschaft, wenn es denn dazu kommt, angeschlagen.«

axt