Olympia, Flüchtlinge, Busspuren Darum geht es bei der Hamburg-Wahl
Hamburger Prestigebau Elbphilharmonie: Debakel lieber nicht thematisiert
Foto: imago/ Westend61Hamburg geht es gut, in mancher Hinsicht wohl sogar zu gut. Einen spannenden Wahlkampf vor der Bürgerschaftswahl bekommt die Stadt jedenfalls nicht hin. Hamburgs Wirtschaft brummt, Millionen Touristen besuchen Hafen, Kiez und Musicals, die Bewerbung für Olympia läuft. Worüber also streiten?
Am Sonntag können rund 1,3 Millionen Bürger ihre Stimmen abgeben - und sich zu diesen Fragen positionieren: Wieviele Flüchtlinge sollte Hamburg aufnehmen - und welche? Wie sollte gegen die Wohnungsnot vorgegangen werden? Hat die AfD den Einzug in ein westdeutsches Landesparlament verdient?
Wir haben uns die Themen in Hamburg und ihre Relevanz für die Bundesrepublik angeschaut. Klicken Sie auf die Symbole in der Grafik:
Der Erste Bürgermeister Olaf Scholz setzt auf Sieg. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 sprang die SPD nach zehn Jahren CDU-Regierung auf 48,4 Prozent. Seitdem regiert Scholz mit absoluter Mehrheit. Die ist das Ziel, auch für die nächsten fünf Jahre.
Im TV-Duell bei hamburg1 wurde Scholz nicht müde, auf die eigenen Erfolge zu verweisen: Vor vier Jahren hatte er angekündigt, 6000 neue Wohnungen zu schaffen - gebaut wurden sogar mehr. Er wollte den Verkehr fließen lassen - und setzte die rund 260 Millionen Euro teure Busbeschleunigung um. Er wollte die Situation in Kitas verbessern - die Grundbetreuung in den Einrichtungen ist nun kostenlos. Das Debakel um die Elbphilharmonie thematisierte er lieber nicht.
Zwar konkurrierte CDU-Spitzenkandidat Dietrich Wersich im TV-Duell mit Scholz darum, wer den größeren Anteil an Hamburgs Erfolg hat: Scholz oder die CDU, die vor der SPD zehn Jahre lang an der Macht war. Trotzdem ging Wersich schon vor der Wahl auf Entspannungskurs: Beide könnten sich zum Thema Verkehrspolitik an einen Tisch setzen, bot Wersich an. Dabei könnten ihre Haltungen bei den diversen Großprojekten nicht unterschiedlicher sein.
Allem demonstrativen Selbstvertrauen des Spitzenkandidaten zum Trotz: In aktuellen Umfragen erhält die SPD nur 44 bis 46 Prozent der Wählerstimmen, die absolute Mehrheit ist in Gefahr. So muss er sich nach der Wahl möglicherweise einen Koalitionspartner suchen. An Scholz' Thron rütteln wird aber auch Wersich nicht. In letzten Prognosen kommen seine Christdemokraten auf maximal 19 Prozent der Stimmen. (Hier geht's zu unserem Themen-Spezial zur Bürgerschaftswahl.)
Wer in Hamburg wann zusammen mit wem regierte: